Regen trübt den Auftakt der Annakirmes in Düren

Fahrgeschäfte bleiben leer : Regen trübt den Auftakt der Annakirmes

Gewittertief „Vincent“ hat der Annakirmes mit seinen Ausläufern einen äußerst ruhigen Auftakt beschert. Zwar brachte das Tiefdruckgebiet die lang ersehnte Abkühlung mit, dafür aber auch kräftige und zum Teil lang anhaltende Niederschläge, auf die die Natur so lange warten musste, die aber wenig Zählbares in die Kassen der Schausteller spülten.

Der Regenschirm wurde zum wichtigsten Begleiter der Besucher, die am Samstag spät und weitaus weniger zahlreich als in früheren Jahren über den Rummel schlenderten. Das bekamen vor allem die Fahrgeschäftbetreiber zu spüren. Bis in den späten Abend hinein drehten sich viele der rasanten Karussells nur spärlich besetzt, selbst an den von Adrenalinjunkies sonst so belagerten Überschlagschaukeln blieben lange Schlangen aus.

Als sich am Samstag zwischen 15.30 und 16.30 Uhr eine heftige Gewitterfront näherte, die in Teilen der Voreifel für Überschwemmungen sorgte, musste sogar die Koordinierungsgruppe aus Polizei, Feuerwehr, DRK, Stadt und Schaustellern über eine mögliche Räumung des Platzes nachdenken, entschied sich dann aber doch dafür, die Annakirmes anders als die Düsseldorf Rheinkirmes vor einer Woche nicht kurzfristig zu unterbrechen. Zum einen waren zu diesem Zeitpunkt ohnehin kaum Besucher auf dem Platz, zum anderen hatten die meisten Großfahrgeschäfte ihre Fahrt bereits eigenständig eingestellt.

Gewitter auf Zickzack-Kurs

„Wir konnten auf dem Wetterradar der Feuerwehr sehr gut verfolgen, wie sich das Gewitter in einem Zickzack-Kurs bewegte“, berichtete Dürens Schaustellerchef Bert Cremer, um dann doch einen Bogen um den Kirmesplatz zu machen.

„Wir sind seitens des Schaustellerverbandes froh, dass die Lage hier in Düren immer mit Augenmaß betrachtet wird“, betonte Cremer. „Nicht jede Wetterwarnung wird auch Realität und bei Regen haben wir hier auf dem Platz genügend Unterstellmöglichkeiten.“ Allerdings sorgten die permanenten Alarmmeldungen via Smartphone auch diesmal dafür, dass viele Kirmesfans ihre erste Runde kurzerhand verschoben.

Selbst am zurückgekehrten Liebling vieler Annakirmesfans, dem „Octopussy“, lief zeitweise wenig. Trotzdem strahlte Betreiber Hubert Markmann, der nach 31 Jahren auf der Annakirmes dreimal hintereinander von der Mehrheit des städtischen Steuerausschusses mit nicht immer nachvollziehbaren Argumenten ausgebootet worden war und deshalb seit 2017 im juristischen Clinch mit der Stadt liegt.

„Es geschehen noch Wunder“, war seine erste Reaktion, als ihn Donnerstagmorgen um 8 Uhr der Anruf von Platzmeister Achim Greiff erreichte. Wie der eigentlich vorgesehene und mit technischem Defekt ausgefallene „Sky-Fall-Turm“ stand auch Markmann bis Dienstagabend in Ravensburg. Donnerstagmittag, als auch der Steuerausschussvorsitzende Hubert Cremer sein Okay gegeben hatte, machte sich Markmann auf nach Düren, um den Beweis anzutreten, dass er – wie vor Gericht immer wieder betont – in der Lage ist, sein Geschäft in weniger als einem Tag aufzubauen.

„Um 15 Uhr haben wir losgelegt, um 1.21 Uhr waren wir spielbereit“, betonte der Bonner. Und davon überzeugte sich am Samstag um 11 Uhr die komplette Kirmesverwaltung, die sich eine erste Fahrt nicht nehmen ließ. Damit hat sich für Markmann die Klage gegen seine Nichtberücksichtigung 2019 zwar erledigt, seine Schadenersatzklage für 2017 jedoch hält er aufrecht. Für ihn eine Grundsatzfrage, Geld verdienen will er damit nicht. „Ich will mich nicht an Steuergeldern bereichern“, betont Markmann. „Sollte ich mit der Klage Erfolg haben, geht jeder Cent an soziale Zwecke in Düren“, kündigte er an. Jetzt aber freut er sich mit seinen Kollegen erst einmal auf eine schöne Annakirmes. Zumindest Wetterbesserung ist ja in Sicht.

Einen positiven Nebeneffekt hatten die kühlen Temperaturen im Übrigen noch. Erhitzte Gemüter blieben bis auf zwei kleinere Scharmützel weitgehend aus. Die Polizei sprach am Sonntag von einem „ruhigen und unkomplizierten Start“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Auf der Annakirmes laufen die Fahrgeschäfte auf Hochtouren

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