Düren: Reflex kehrt auf den Markt der Transparentpapiere zurück

Düren: Reflex kehrt auf den Markt der Transparentpapiere zurück

Geschäftsführer Hariolf Koeder sprach von einem „denkwürdigen Ereignis“ für den traditionsreichen Papierhersteller Reflex. Mehrheitsgesellschafterin Ingrid Königs gab am Montag den symbolischen Startschuss zur Wiederinbetriebnahme der Papiermaschine (PM) 4 — ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Neustrukturierung.

Gut zwei Jahre nach der Stilllegung der ältesten Papiermaschine im Werk infolge der Insolvenz im Oktober 2013 wird damit bei Reflex wieder Transparentpapier produziert. „Die Maschine hat eine Jahreskapazität von 2000 Tonnen“, erklärte Koeder. Er ist überzeugt, dass sie schon Mitte 2016 voll ausgelastet laufen wird: „Das gibt der Markt her.“

Wurden Transparentpapiere früher fast ausschließlich im zeichnerischen Bereich eingesetzt, so finden sie heute auch im grafischen Segment Anwendung. Dazu zählen Prospekte, anspruchsvolle Kalender, edle Drucksachen und Briefkuverts. Auch bei innovativen Verpackungen kommen immer öfter Transparentpapiere zum Einsatz.

Weil die Herstellung der zu Hundert Prozent aus Zellstoff bestehenden Produkte sehr energie- intensiv ist, standen und stehen die Themen Energieeffizienz und Wassereinsparung bei der Wiederinbetriebnahme der PM4 ganz oben auf der Agenda. Koeder spricht von einer Investition im einstelligen Millionenbereich, weitere sollen in den kommenden beiden Jahren folgen.

Seit der Übernahme durch ein Familienkonsortium und den Dürener Papierverarbeiter „May + Spies“ im Februar diesen Jahres hat sich an der Veldener Straße viel bewegt. Die Mehrsäulenstrategie scheint aufzugehen. Im April hat Reflex die lichtundurchlässigen Zeichen- und Künstlerpapiere von Schoellershammer übernommen, jetzt folgt die Rückkehr auf den Transparentpapiermarkt. Die Mitarbeiterzahl ist von 67 bereits auf 84 gestiegen. Weitere zehn Mitarbeiter sollen bis Mitte 2016 noch eingestellt werden. Auch die Ausbildung wird wieder forciert.

Im Dezember soll das neue, von einem Partner betriebene Dampfkraftwerk ans Netz gehen, das Reflex unabhängig vom bisherigen Partner Metsä Tissue macht. Schon heute läuft einer der drei Papiermaschinen des Werks 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Mitte 2016 sollen zwei PM rund um die Uhr produzieren, ist Hariolf Koeder von weiterem Wachstum fest überzeugt. Stagnierte der Absatz zuletzt in den Sommermonaten ein wenig, so hat die Nachfrage in den vergangenen Wochen wieder Fahrt aufgenommen. Entsprechend optimistisch blickt das Reflex-Team in die Zukunft.

Mehr von Aachener Zeitung