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RC CWS Merken: Erster Bundesligakampf der neuen Saison

Ringen in Düren : Eine Randsportart populärer machen

Der Ringerclub CWS Merken hat seinen ersten Heimkampf der neuen Bundesliga-Saison gegen den KSV Witten in der Arena Kreis Düren ausgetragen – und deutlich mit 8:15 verloren. Gleichwohl sind die Verantwortlichen mit dem Saisonauftakt zufrieden.

Am Ende verlieren die Ringer vom RC CWS Düren-Merken ihren ersten Heimkampf der neuen Bundesliga-Saison gegen den Kraftsportverein (KSV) Witten zwar deutlich mit 8:15, trotzdem waren Trainer Daniel Anderson und Walter Menzel vom RC Merken mit dem Saisonauftakt ihrer Mannschaft mehr als zufrieden.

Zum zweiten Wettkampftag in der Arena Kreis Düren in der Vereinsgeschichte überhaupt kamen immerhin knapp 600 Zuschauer. Und das sind fast dreimal so viel, wie normalerweise zu den Heimkämpfen in die Merkener Mehrzweckhalle kommen. „Natürlich hätten wir uns noch mehr Zuschauer gewünscht“, sagt Trainer Anderson. „Aber Ringen ist eine absolute Randsportart und beispielsweise im Fernsehen so gut wie gar nicht mehr präsent. Vor diesem Hintergrund können wir wirklich mehr als zufrieden sein. Und auch sportlich haben meine Kämpfer sich heute gut verkauft. Witten ist eine sehr starke, engagierte Mannschaft.“

Mehr in die Öffentlichkeit

Ganz ähnlich sieht das auch Walter Menzel. „Wir wollen mit unserem Sport mehr in die Öffentlichkeit gehen. Und das müssen wir auch, sonst steht Ringen irgendwann völlig in der Ecke.“

In Merken hat Ringen eine fast 125-jährige Tradition, die aus Sicht der Verantwortlichen des RC Merken unbedingt fortgesetzt werden muss. Walter Menzel: „Wir wollen guten Sport präsentieren. Und das können wir auch, weil in dieser Saison jede Position in der Mannschaft gut besetzt ist. So gut, dass wir grundsätzlich in der Lage sind, jeden Kampf zu gewinnen. Das war nicht immer so.“ Darüber hinaus engagiert sich der Verein aber auch stark im Bereich Jugendarbeit und leistet einen wichtigen Beitrag in Sachen Integration. So ist der RC Merken seit März anerkannter Stützpunktverein des Landessportbundes NRW im Bundesprogramm „Integration durch Sport“.

Das alles ist natürlich nur möglich mit der nötigen finanziellen Ausstattung. Der RC CWS Merken hat einen Bundesliga-Etat von rund 100.000 Euro – und ist gerade dringend auf der Suche nach neuen Sponsoren. „Damit Bundesliga-Ringen in Düren wirklich eine Zukunft hat und auf sicheren Füßen steht“, sagt Menzel, „brauchen wir zusätzlich 50.000 Euro. Den Heimkampf in der Arena verbuchen wir als Maßnahme für mehr Öffentlichkeitsarbeit. Aber er bedeutet bei unserem ohnehin schon knappen Etat ein Minusgeschäft von 5000 Euro. Das müssen wir erst einmal stemmen.“ Trotzdem wollen Menzel und seine Mitstreiter versuchen, einen weiteren Bundesligakampf in der Arena auszutragen. Menzel: „Natürlich ist der Aufwand sehr hoch, und damit meine ich nicht nur finanziell. Wir sind aber überzeugt, dass sich die viele Arbeit lohnt. Die Atmosphäre ist einfach toll.“ Das kann auch Kasim Aras nur bestätigen. Der Schwergewichtler ist in dieser Saison vom TV Eintracht Walheim an die Rur gewechselt und hat seinen ersten Kampf für Merken am Samstag gewonnen. „In Aachen hatten wir in der Regel um die 700 Zuschauer, aber Walheim hat seine erste Mannschaft zurückgezogen. Deswegen bin ich zum RC Merken gewechselt. Mir hat es Spaß gemacht, in der Arena zu kämpfen. Ich denke, das war gute Werbung für unseren Sport.“

Spannende Kämpfe, tolle Fans

Stimmt, die Kämpfe zwischen Merken und Witten waren spannend. Die Fans – vor allem die vom KSV Witten – haben tüchtig Lärm gemacht und ihre Kämpfer angefeuert. „Diese Halle ist ein Schmuckkästchen“, sagte Michael Lieckfeld, Vorsitzender des Fan-Clubs vom KSV Witten. „Das können die Merkener echt nutzen.“ Das haben die Verantwortlichen vom RC CWS Merken auch vor. Der Club hat sich für die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften von Freitag, 22., bis Sonntag, 24.Mai 2020 beworben – und den Zuschlag bekommen.

Walter Menzel: „Natürlich hat eine Rolle gespielt, dass man es unserem Verein zutraut, so ein sportliches Großereignis zu organisieren. Wichtig war aber auch, dass wir in Düren mit der Arena so eine gute Halle haben und dass die Hotelsituation in unserer Stadt stimmt.“ So oder so: Mit den Deutschen Meisterschaften wollen die Verantwortlichen des RC Merken einmal mehr beweisen, dass Düren durchaus so etwas wie eine Ringer-Hochburg ist, „Und wer weiß“, sagt Daniel Anderson, „vielleicht ist das genau die Werbung für unseren Sport, die wir brauchen.“