Merzenich: Rat lehnt Stellplätze für Wohnmobile ab

Merzenich : Rat lehnt Stellplätze für Wohnmobile ab

Drei Präsentationen, eine Tagesordnung mit rund 30 teils brisanten Themen und eine Sitzungsunterbrechung: Vier Stunden dauerte die jüngste Sitzung des Gemeinderates. Und demnächst soll nach dem Willen von „Aktiv für Merzenich“ noch eine Fragestunde für Bürger dazu kommen.

Weil „Aktiv für Merzenich“ nach einer Alternative zum jetzigen Entsorger fragte, räumte Bürgermeister Peter Harzheim dem kommunalen Unternehmen Regio Entsorgung die Gelegenheit zur Vorstellung und Kurt Krings von der Bezirksregierung Arnsberg stellte ausführlich den 3. Rahmenbetriebsplan 2020 bis 2030 für den Tagebau Hambach vor. Sehr informativ war es, aber bei konkreten Fragen verwies er auf den Bergbaubetreibenden oder andere Zuständigkeiten.

Und da gibt es schließlich noch Haupt-, Sonder- und Abschlussbetriebsplan. „Was wir aufwenden müssen, ist unangemessen“, sagte Ratsmitglied Locker. Aber der Vertreter der Bezirksregierung musste passen: keine Möglichkeit zur Normerhöhung der Feuerwehr, kein Geld für eine „Querungshilfe“ in der Höhe der Wohnbebauung „auf der Heide“.

Aber ausführlich informierte er über Artenschutz und Rekultivierung, von der die Gemeinde Merzenich so gut wie nicht betroffen ist. Handfester war derweil die Diskussion um einen Stellplatz für Wohnmobile. Die Verwaltung hatte festgestellt, dass „hin und wieder“ Wohnmobilisten den Steinweg und das Gewerbegebiet G1 anfahren. Man wolle mit Fahrrädern die Sophienhöhe und/oder den Tagebau Hambach erkunden, so die Aussage.

Und die BAB-Abfahrt Merzenich finde zunehmend mehr Akzeptanz. Ergo schlug die Verwaltung die Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes „zur Steigerung und Attraktivität im Bereich Tourismus“ vor.

„Wir wollen nach vorne schauen“, sagte Bürgermeister Harzheim und auch SPD-Sprecher Gooßens und der Grüne Johannes Müller sprachen sich dafür aus. Die Gruppe „Aktiv für Merzenich“ wollte einen Stellplatz „erst in Verbindung mit dem Restsee des Tagebaues“ diskutieren. Kommentar Bürgermeister: „Das dauert noch 20 Jahre ...“. Die Ratsmehrheit aber war dagegen. Mit 19:4-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

(sps)
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