Düren: Quo vadis Energiepolitik? Diskussionsrunde mit Politikern

Düren: Quo vadis Energiepolitik? Diskussionsrunde mit Politikern

Der Klimaschutz und die Energiewende waren die Themen einer Diskussionsrunde unter Politikern und Experten, zu welcher der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) in die Zentrale der Stadtwerke Düren (SWD) geladen hatte.

Der Projektmanager des Verbandes, Sebastian Jarim, begrüßte als Moderator des Abends die Direktkandidaten für die Bundestagswahl Katharina Kloke (FDP), Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen), Dietmar Nietan (SPD) und Valentin Veithen (Die Linke) sowie den Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum (CDU). Ebenfalls auf dem Podium saßen die Experten Carlo Reeker als Vorstandsmitglied des BEE und Dr. Georg Wagener-Lohse vom Bundesverband Bio-Energie.

Nach einer kurzen Präsentation der SWD durch deren Kommunikationsleiter Jürgen Schulz entspann sich eine rege Diskussion. Die Politiker und Experten debattierten, ob nach der Bundestagswahl die Weichen für die Energiepolitik neu gestellt werden. Wird nicht nur entschieden, ob Deutschland den Klimaschutz ernst nimmt, sondern auch, ob die notwendige energiewirtschaftliche Entwicklung als Basis einer innovativen und wettbewerbsfähigen Industriegesellschaft sichergestellt ist?

Oliver Krischer nannte die Entwicklung der erneuerbaren Energien (EE), die inzwischen 35 Prozent des Bedarfs decken, eine Erfolgsstory, sah aber derzeit einen Bremseffekt. Dietmar Nietan sprach von drei Eckpfeilern für die künftige Entwicklung: Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Erschwinglichkeit der alternativen Möglichkeiten.

Ergänzend dazu mahnte Rehbaum, dass auch eine ausreichende Akzeptanz der Verbraucher gegeben sein müsse. So sei momentan die Bezahlbarkeit einer kompletten Energiewende noch nicht gesichert und auch die Sicherung der Arbeitsplätze müsse noch garantiert werden. Er forderte eine Energiewende aus einer Position wirtschaftlicher Stärke und warnte vor Schnellschüssen und ideologischen Scheuklappen.

„Mehr Staat und weniger Markt“

Zur Bezahlbarkeit und Finanzierung eines staatlichen Strompreises schlug Valentin Veithen einen „Energie-Soli“ vor. Er forderte als Mittel zur Durchsetzung der Klimaziele „mehr Staat und weniger Markt“. Oliver Krischer, für den „die Zukunft emissionsfrei sein muss“, rechnete vor, dass der Stromverbrauch in Deutschland lediglich um 15 Prozent steigen werde, wenn alle derzeit zugelassenen 45 Millionen Autos elektrisch betrieben würden.

Das sei exakt die Strommenge, die Deutschland momentan exportiere. Dem hielt der CDU-Vertreter entgegen, dass das Elektroauto noch nicht marktreif sei und deshalb der Diesel als Brückentechnologie benötigt werde. Beim Thema Braunkohle plädierte Oliver Krischer für einen schnellen, kompletten Ausstieg. Demgegenüber argumentierte Dietmar Nietan, dass die Braunkohle weltweit nur 0,5 Prozent des CO2-Ausstoßes ausmache.

Deswegen sei es auch nicht gravierend, ob die hiesige Förderung 2035 oder erst 2050 ende. Auch hier ging es um Geld, konkret eine CO2-Bepreisung. Denn es könne nicht sein, sagte Krischer, dass Öl und Gas als Heizmaterial billiger seien als eine Stromheizung.

In der Zuhörerdiskussion ging es vorrangig um den Betrieb von Windrädern und deren Standorte. Da die meisten Wortmeldungen persönlicher Art waren, wurden die Diskussionen später in Einzelgesprächen vertieft, nachdem Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer des BEE, ein Fazit zu der Diskussionsrunde gezogen hatte.