Düren/Heimbach/Nideggen: Quittung für schnelle Fäuste: Zwei Jahre Gefängnis

Düren/Heimbach/Nideggen: Quittung für schnelle Fäuste: Zwei Jahre Gefängnis

Zumindest in den nächsten drei Jahren der Bewährungszeit wird sich ein 31 Jahre alter Mann aus Heimbach bei Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen deutlich beherrschen müssen.

Denn sollte er erneut mit Fäusten auf seine Kontrahenten einschlagen, wie in mehreren Fällen zwischen Juli 2007 und Januar 2008 geschehen, dann wird er die zweijährige Gefängnisstrafe, zu der er am Dienstag vom Dürener Schöffengericht verurteilt wurde, tatsächlich absitzen.

Dass der 31-jährige Angeklagte noch einmal glimpflich davon kam, verdankt er der Tatsache, dass die beiden Kinder aus seiner in Trennung befindlichen Ehe mit Zustimmung des Jugendamtes in seinem Haushalt leben und nicht bei der Mutter. Die Kinder seien, erklärte Vorsitzender Richter Hans-Georg Wingen in der Urteilsbegründung, das tragende Element für die Bewährung. Nach Ende der Verhandlung blieb allerdings offen, ob die Staatsanwaltschaft, die für eine Strafe in dieser Höhe ohne Bewährung plädiert hatte, das Urteil akzeptiert oder in Revision geht.

Dem Angeklagten war vorgeworfen worden, in einem knappen Dutzend Fällen auf seine Opfer eingeschlagen und teilweise eingetreten zu haben. Sogar seine Ehefrau wurde von ihm attackiert.

Fotos zeigen blaue Flecken

Der 31-Jährige gab Rangeleien zu, die er damit begründete, dass seine Frau „in Drogenkreise” geraten sei. Obwohl bei seiner Frau grüne und blaue Flecke in erheblichem Maße festgestellt und für die Gerichtsakten fotografiert wurden, bestritt der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Tritte.

Ziemlich heftig muss es auch bei der Übergabe eines vermieteten Wohnhauses in Nideggen, das dem Angeklagten gehört, zugegangen sein. Als die Mieter beim Auszug aus diesem Haus den 32 Jahre alten Freund ihrer Tochter baten, wegen erwarteter Auseinandersetzungen um die Mietkaution als Zeuge hinzu zu kommen, wurde dieser junge Mann ebenfalls im Handumdrehen zum Opfer.

Der 31-jährige Angeklagte, daran ließ die Schilderung des immer noch verängstigten Opfers keinen Zweifel, verpasste ihm einen so genannten Kopfstoß. Nach weiteren Attacken und mehreren Tritten musste der Zeuge, der sich nach der Auseinandersetzung am Fuß einer vier Meter tiefen Böschung wiederfand, im Krankenhaus behandelt werden.

An diesem handfesten Krach war übrigens auch der 53 Jahre alte Vater des 31-Jährigen beteiligt. Ihn verurteilte des Schöffengericht wegen vorsätzlicher, gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten und zwei Wochen auf Bewährung.

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