Quartett „Arccordion“ begeistert bei der Reihe "Musik im Foyer"

„Musik im Foyer“ mit dem Quartett „Arccordion“ : Virtuose Tempi neben Spannungspausen

Zur Reihe „Musik im Foyer“ der Cappella Villa Duria im Haus der Stadt versammelten sich knapp 100 Besucher. Auf Wunsch der Musiker, die wegen der akustischen Qualität die große Bühne bevorzugten, verteilten sie sich locker im Saal und genossen begeistert das Konzert.

Unbewusst präsentierte sich das „Arccordion“-Quartett mit vier Alpha-Künstlern, die alle zufällig mit A-Namen ihre Instrumente beherrschten: drei Geiger, Angelina Abadjeva, Amrei Collmer und Alan Arif, sowie der Akkordeon-Virtuose Alexander Pankow. Der moderierte  auch das Konzert, für das er die meisten Stücke spezifisch arrangiert hatte.

So wurden aus bekannten Klassik-Hits und Folklore-Ohrwürmern aufregend interessante Edelsteine, die mit Temperament und technischen Finessen glänzten und expressiv glitzerten. Atemberaubend wechselten virtuose Tempi mit dynamischen Überraschungen, Spannungspausen, Verzögerungen und Rubati voll sattem Klang und wehmütiger Melodik.

Während Pankow nach seiner internationalen Karriere von Novosibirsk aus heute als freischaffender Musiker in Köln arbeitet, sind die beiden Geigerinnen im Kölner Rundfunkorchester integriert, als Solistinnen sehr gefragt und oft ausgezeichnet worden. Alan Arif aus Kurdistan mit Studium in Bagdad hat in Düren musikalisch vielseitig seine Wahlheimat gefunden.

Der Auftakt mit J. S. Bachs Präludium aus der E-Dur-Partita war schon so rasant, wie man es von Vivaldi kennt, dessen „Sommer“ aus den „Jahreszeiten“  danach erstrahlte. Die drei Violinen spielten danach alleine die „Serenade Humoresque“ des Belgiers  H. Leonard.

Im berühmten „Säbeltanz“ von Aram Khatschaturjan konnte der Kenner die gewetzten Eisen mit blitzender Schärfe hören. Alan Arif überraschte als Komponist und Arrangeur mit drei Traditionals aus irakisch-kurdisch-armenischer Folklore. Arrangiert von Abadjeva und Pankow wurde das Melodien-Schmalz von Pablo de Sarasates „Zigeunerweisen“ zu emotionalem Schmelz. Sehr dezent erklang Mozarts „Papagena“ aus der „Zauberflöte“.

Nach der längeren Pause, die Pankow angeblich wegen seines schweren Instruments brauchte, bewies das Quartett erneut seine hohe Musikalität in der Gestaltung scheinbar abgewetzter Themen wie den „Schwarzen Augen“, „Zwei Gitarren“ und den abschließenden russischen Traditionals. Selbst bei den Tangos von Astor Piazzollas „Verano Porteño“ und Carlos Gardels „Por una cabeca“ verwandelten die Vier die rhythmisch-melodischen Elemente mit fast sinfonischer Kreativität.

Die Zuhörer feierten einhellig die virtuose Spielfreude und professionelle Intensität mit anhaltendem Beifall.

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