Düren: Prympark: Ein Quartier für Jung und Alt

Düren : Prympark: Ein Quartier für Jung und Alt

Gemeinsames Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. So ließe sich vielleicht mit einem Satz ein Wohnprojekt im Herzen der Dürener Innenstadt beschreiben, das nach einigen Jahren der Planung langsam, aber sicher Kontur gewinnt.

Doch es ist gar nicht so einfach, mit nur einem Satz zu beschreiben, was zwischen Zülpicher-, Roncalli- und Frankenstraße auf einer Brachfläche entstehen soll.

„Generationenübergreifendes Wohnen”, nennt Joachim Langer, der die Planungen schon lange Zeit begleitet, die Idee. Das Miteinander von Jung und Alt soll soziale Nähe schaffen, Nachbarschaft soll gelebt werden, Kontakte und Begegnungen im Alltag sollen gefördert werden. Mehr Generationen sorgen für mehr Leben, so könnte ein anderer Satz zur Beschreibung des Projekts lauten. Die Idee hat die Politiker überzeugt: Im Bauausschuss gab es grünes Licht. Am 23. Mai hat der Rat das letzte Wort.

Steter Ideenaustausch

Um das „Leben im Prympark” zu umreißen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. 2006 entstand bei der Evangelischen Gemeinde, der das Gelände gehört und die die Grundstücke im Erbbaurecht vergeben will, die Idee eines sogenannten „Lebensphasen-Wohnens”. Der gedankliche Grundstein für ein Mehrgenerationen-Quartier war gelegt, die Idee entwickelte sich weiter.

Eigentlich ist die konkrete Umsetzung gar nicht hundertprozentig in Beton gegossen, denn ein fortwährender Ideenaustausch ist fester Bestandteil des Projekts. Die Planungen werden stets weiterentwickelt. So gibt es beispielsweise die Gruppe um Joachim Langner, die eine Genossenschaft gründen möchte. So sollen (Mit-)Eigentümer und potenzielle Mieter eingebunden werden.

Jeder einzelne Interessent kann sich ebenfalls beteiligen und für die Evangelische Gemeinde, die als Grundstücksbesitzerin die hinter dem Projekt stehende soziale Idee gesichert sehen möchte, ist Koordinator Axel Köpsell beteiligt. Und auch zwei Forderungen des Bauausschusses wurden berücksichtigt: So wird das Areal über die Roncallistraße und nicht über den Sturmsberg erschlossen, und die Gebäude werden die der Nachbarn am Sturmsberg nicht überragen.

Neben solchen planungsrechtlichen Festsetzungen und architektonischen Vorgaben zum geschlossenen Erscheinungsbild soll alles in Gemeinschaft erarbeitet, gestaltet und beschlossen werden. „Sobald die baurechtlichen Aspekte abgeschlossen sind, wird das Projekt richtig Fahrt aufnehmen”, ist Joachim Langner überzeugt, dass es für diese Form des Wohnens viele Interessenten gibt.

Im Herbst sollen die ersten Bauarbeiten beginnen. Mehr als 20 Interessenten sind aktiv an den Planungen beteiligt, auf der Interessentenliste stehen 115 Personen. Rund 80 Wohneinheiten sollen auf dem Areal Platz finden, Häuser ebenso wie Wohnungen. Dazu große Grünanlagen, eine Tiefgarage, um den Prympark möglichst autofrei zu halten, ein zentraler Platz und vor allem: Gemeinschaftsräume. Zu deren Finanzierung tragen alle Bauherren und Mieter bei.

Die Nutzung, ob als Gesellschaftsraum oder Waschküche wird später von allen Beteiligten festgelegt. Fest steht bereits, dass in der Siedlung Passivhausstandard vorherrschen soll und Photovoltaikanlagen auf den Dächern eine große Rolle spielen werden. „Die Spielregeln für das soziale Zusammenleben müssen wir noch definieren”, sagt Langner. Die Teilnahme an allen Angeboten sei selbstverständlich freiwillig, die Möglichkeit, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen, immer gegeben.

„Das Leben hier wird nicht wie im Paradies sein”, sagt Werner Dering, der sich für das Projekt interessiert. Aber es werde anders sein. Von der Kinderbetreuung über nachbarschaftliche Hilfeleistungen bis zur Einrichtung eines Fitnessraums und zum Opernbesuch: Gemeinsames Wohnen sei eine Antwort auf die zunehmende Isolation der Menschen. Wichtig sei dabei eine „Durchmischung”. Mehr Generationen sollen schließlich für mehr Leben sorgen.