Düren: Projekt „Tanzwärts“: Intime Momente mit der Kamera festgehalten

Düren: Projekt „Tanzwärts“: Intime Momente mit der Kamera festgehalten

Der Fotograf Wolfgang Hünerbein hat das Projekt „Tanzwärts“ unter der künstlerischen Leitung von Dirk Kazmierczak zwei Monate lang mit seiner Kamera begleitet. Das Ergebnis: schöne Theaterfotografien. Vierzig davon werden nun im Kulturzentrum Komm ausgestellt.

Es ist eine kleine Auswahl aus mehr als tausend bunten und schwarz-weißen Bildern. Fotos, die Tanz dokumentieren, Tanz als Selbstwahrnehmung, Selbstausdruck und Bewegungslust. Einzelne Szenen oder komplexe Gruppenbilder, alle zeigen etwas Gemeinsames: die Bewegung zum Sehnsuchtsort Heimat. Es ist die erste eigene Ausstellung des Lichtkünstlers Hünerbein. Viele Fotografen, Künstler und Tänzer kamen zur Vernissage, um zusammen mit dem Fotografen dessen Bilder zu betrachten.

Mit den Fotografien lebt das Tanzprojekt sozusagen ein zweites Leben. Sie eröffnen neue Perspektiven.

Bei den offiziellen Vorstellungen durfte der Fotograf keine Fotos mehr machen, damit das Ensemble nicht gestört wird. Alle Fotos entstanden deshalb während der Proben des 2. Dürener Community-Dance-Projekts. Die ständig wechselnden Lichtverhältnisse und die Schnelligkeit dieser Bewegungskunst waren herausfordernd.

Authentische Momente konnten nur deshalb festgehalten werden, weil der Theaterfotograf einen respektvollen Blick habe, meinte der künstlerische Leiter. Er habe die Fähigkeit, sich so weit zurückzunehmen, dass ein vertrauensvoller Raum entstehe, in dem die Tänzer sich authentisch zeigten.

„So entstehen intime Fotografien, weil die Tänzer in der Lage sind, Gefühle zu erleben, ohne sich beobachtet zu fühlen“, sagte Kazmierczak.

Bei Community-Dance fangen alle Teilnehmer bei Null an. Während der Probearbeiten entsteht sehr schnell ein Gemeinschaftsgefühl. Denn jeder der 70 teilnehmenden Dürener bringt in den Tanz seine persönliche Geschichte mit - von den Flüchtlingen bis zu den Hiergeborenen.

Die Ausstellung im Kulturzentrum Komm in der Pleußmühle kann bis Dienstag, 31. Oktober, montags bis freitags jeweils von 11.30 bis 18 Uhr und sonntags jeweils von 10 bis 14 Uhr besichtigt werden.