Düren: Projekt neuer Theatersaal kostet bis zu 8,5 Millionen Euro

Düren : Projekt neuer Theatersaal kostet bis zu 8,5 Millionen Euro

Braucht Düren tatsächlich eine weitere Theaterspielstätte für 200 bis 350 Besucher? Für Kulturamtsleiter Dieter Powitz steht das außer Frage. Das 500 bis 600 Besucher fassende Haus der Stadt sei akustisch für Sprechtheater nur bedingt geeignet, zudem vermittle die Saalatmosphäre bei kleineren Veranstaltungen mit 200 bis 350 Zuschauern eine ungünstige Leere.

Argumente, die sowohl bei der „Ampel“-Stadtratsmehrheit als auch bei der CDU-Opposition Gewicht haben. Kultur ist Dürens Politik lieb und teuer, sehr teuer. Beide Seiten befürworten den Bau eines neuen Theatersaals, allerdings herrscht weiter Uneinigkeit über den Standort. In einer gemeinsamen Sitzung des Stadtentwicklungs- und des Kulturausschusses am Dienstag (16.30 Uhr, Rathaus) soll allerdings bereits eine Grundsatzentscheidung fallen, das endgültige Votum am 12. Juli im Stadtrat.

Die CDU präferiert einen Neubau an historischer Stelle auf dem Hoeschplatz, unmittelbar an der August-Klotz-Straße. Foto: Abels

Mittlerweile stehen vier Varianten mit Kostenschätzungen zwischen 3,5 und 8,5 Millionen Euro je nach Größe des Zuschauerraums zur Debatte, zwei an der Pleußmühle („Komm“-Zentrum), zwei auf dem Hoeschplatz. Für die „Ampel“ ist die Sache klar. Sie plädiert weiter für die bereits im Masterplan avisierte Erweiterung des „Komm“-Zentrums, das bislang nur über einen Saal für maximal 120 Besucher verfügt. Ob im hinteren Bereich der Pleußmühle, wie bislang diskutiert, oder nördlich des Mühlenteichs mit Blick auf die Stadtmauer, wie von Masterplaner Dr. Harald Heinz alternativ in die Diskussion gebracht, sei dabei erst einmal zweitrangig, betont die Kulturausschussvorsitzende Verena Schloemer (Grüne) im Namen der Koalition.

Probleme: Das Grundstück hinter dem „Komm“ müsste die Stadt erst noch ankaufen, bei der Variante nördlich des Mühlenteichs gäbe es keine direkte Verbindung zu den bisherigen Räumen des „Komm“. Dafür steht dort das Grundstück für die Erweiterung bereits zur Verfügung. „Wir wollen auf keinen Fall das Haus der Stadt mit einem weiteren Theaterstandort schwächen“, betont Schloemer mit Blick auf die von der CDU favorisierte Lösung auf dem Hoeschplatz, auf dem die Stadt mit privaten Investoren im Übrigen hochwertige Wohnbebauung mit einer kleinen Geschäftsgalerie und ein paar wenigen Dienstleistungsräumen realisieren will.

Da eine Integration eines Theatersaals in den Gesamt-Gebäudekomplex unter anderem aufgrund des Schall- und Brandschutzes mit hohen, vermutlich nicht finanzierbaren Mehrkosten verbunden sei, befürwortet der Stadtentwicklungsausschussvorsitzende und CDU-Stadtparteichef Thomas Floßdorf nunmehr ein separates Theatergebäude „an dem historischem Platz“. „Wir werden dafür werben, großräumig zu planen“, spricht Floßdorf bei der Hoeschplatz-Lösung von einem idealen Abschluss der Kulturmeile, „von einem städtebaulichen Auftritt, wie ich ihn mir wünschen würde“.

Ohne der detaillierten Vorstellung aller vier Planungsvarianten in der Doppelausschusssitzung und der Auflistung der Betriebskosten vorgreifen zu wollen, ließ Baudezernent Paul Zündorf am Montag bereits durchblicken, dass er gegen einen Theaterbau auf dem Hoeschplatz ist, weil das die drei dort am Wohnungsbau interessierten Investoren zu sehr einschränken würde. Dazu komme, dass nur ein An- oder Erweiterungsbau an der Pleußmühle städtebaulich gefördert werden könnte. Die Stadt hofft auf 20 bis 30 Prozent, bei Kosten von bis zu sieben Millionen Euro an dieser Stelle immerhin bis zu 2,1 Millionen.

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