Düren: Professorin Anja Dorn soll neue Leiterin der Dürener Museen werden

Düren: Professorin Anja Dorn soll neue Leiterin der Dürener Museen werden

Die in Karlsruhe lehrende Professorin Anja Dorn soll neue Leiterin des Dürener Leopold-Hoesch-Museums werden. Die Vertragsunterzeichnung und Vorstellung von Anja Dorn wird heute im Hoesch-Museum erfolgen. Als möglicher Dienstbeginn wird der 1. Juli angestrebt, also deutlich vor der Eröffnung des Papiermuseums im September, das ebenfalls der neuen Museumsleitung untersteht.

In Karlsruhe ist Dorn seit 2013 als Professorin für kuratorische Theorie und dramaturgische Praxis an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung tätig, arbeitet zudem als Kuratorin und Kritikerin. Die 46-Jährige ist dem Rheinland eng verbunden: Von 2000 bis 2005 hat sie für eine bekannte Kölner Galerie gearbeitet, war als freie Kuratorin tätig und wurde 2007 eine von zwei Direktorinnen des Kölnischen Kunstvereins. Im Rahmen einer Gastprofessur der Hessischen Theaterakademie hat sie ab 2012 das „Festival der jungen Talente!“ in Frankfurt mitorganisiert.

Dorn hat ein Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Köln und Florenz absolviert. In ihrer Zeit beim Kölnischen Kunstverein hat sie zahlreiche Einzelausstellungen organisiert, aber auch themenbezogene Gruppenausstellungen wie „Verbotene Liebe: Kunst im Sog von Fernsehen“, mit der es ihr gelungen ist, die Themen Film und Kunst zu verknüpfen. „Sie hat keinen engen dogmatischen Kunstbegriff, sondern wirft immer einen sehr frischen Blick auf die Kunst“, sagt der Festivaldirektor eines internationalen Filmfestes, der Dorn aus ihrer Kölner Zeit kennt.

„Sie kann Menschen ansprechen und von ihren Ideen überzeugen. In Köln hat sie Veranstaltungen mit Augenmaß organisiert, die beim Publikum sehr gut angekommen sind. Ich glaube, dass sie ein erheblicher Gewinn für das Museum in Düren sein wird. Sie hat die DNA, das hinzubekommen.“

Als „kuratorisch sehr stark“ bezeichnet Anja Dorn auch die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Köln, Barbara Foerster. Die Kunsthistorikerin hält Dorn für „extrem qualifiziert“, sie sei zudem eine gute Netzwerkerin und könne Drittmittel einwerben — Fähigkeiten, die in Düren besonders gefragt sind. „Ich traue ihr zu, das Hoesch-Museum und damit auch Düren wieder überregional ins Gespräch zu bringen“, das, sagt Foerster weiter, habe sie in den letzten Jahren vermisst. „Man muss den Kunstdiskurs mit Künstlern führen, die beispielsweise auf der documenta in Kassel oder auch international im Gespräch sind.

Dann ist es gut, wenn man entsprechende Kontakte hat und diese zeitgenössische Kunst auch zeigen kann. Ein großes und gutes Haus wie Düren könnte auch Künstler ins Gespräch bringen, die noch nicht im Blickfeld stehen.“ Dazu müsse man „eine Nase wie ein Trüffelschwein haben“, entsprechende Künstler ausgraben und Wagnisse eingehen. „Man schafft ein großes Profil wenn man zeigt, was andere nicht zeigen“ — und genau dafür stehe Frau Dorn. Angemerkt

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