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Düren: Problembewusstsein wird größer

Düren : Problembewusstsein wird größer

Der Begriff „Kindeswohlgefährdung” ist in diesen Wochen in aller Munde. Kaum ein Tag an dem nicht Nachrichten über die Verwahrlosung oder Misshandlung von Kindern durch die Medien gehen.

So traurig die Nachrichten im Einzelfall auch sind, sie haben etwas bewirkt: „Wir stellen ein verstärktes Problembewusstsein fest”, sagt Manfred Savelsberg, Leiter des Jugendamtes der Stadt Düren. Er wünscht sich ein Netzwerk im Sinne eines Frühwarnsystems, „damit wir möglichst früh an die Fälle kommen”.

Längst kommen nicht mehr die meisten Meldungen über Gefahren oder Misshandlungen von Kindern von der Polizei. „Die gibt es zwar auch noch immer wieder aber bei den Schulen und auch bei den Eltern selbst ist eine Sensibilisierung festzustellen”, weiß der Jugendamtsleiter und weist auf einige für Düren markante Fakten hin.

So hat nach dem „Benchmarking der Hilfe zur Erziehung” die Stadt Düren die höchste Rate an Scheidungskindern. Während im Landesschnitt 1,12 Scheidungskinder auf 100 Einwohner kommen sind es in Düren deren 2,1.

Bemerkenswert ist eine weitere Erkenntnis: Die Stadt wächst. Der hohe Prozentsatz an Zuzügen wirkt sich auch auf die Arbeit des Jugendamtes auf. Von 163 der „Neufälle” durch Zuzug waren ein Fünftel Heimfälle.

Beim Wohnortwechsel muss die aufnehmende Kommune die Entscheidung des vorherigen Jugendamtes übernehmen. Und damit auch die Kosten.

Die Hilfen zur Erziehung werden nach Einschätzung des Experten weiter steigen. „Bis 2010 auf 112,5 Prozent der heutigen Basis”, schätzt Manfred Savelsberg und erwartet erst danach eine Absenkung.

Deshalb sei es wichtig, „dass wir früh ansetzen um ambulant und notwendigerweise auch stationär eingreifen zu können”.