Düren: Powervolleys: Keine Angst vor dem großen Favoriten

Düren: Powervolleys: Keine Angst vor dem großen Favoriten

Anton Brams ist ein Volleyball-Wissenschaftler. Der junge Trainer des Bundesligisten SWD Powervolleys Düren versteht es, das Spiel gedanklich in seine Einzelteile zu zerlegen und zu analysieren. Brams ist aber auch Volleyball-Fan.

Und als solcher gesteht er, dass der jüngste und nächste Gegner seines Teams im Hinspiel des Europapokal-Viertelfinales Bälle gespielt hat, die auch ihn mit der Zunge schnalzen lassen.

Die Rede ist vom italienischen Spitzenteam Sir Safety Conad Perugia, mit dem sich die Powervolleys heute ab 20.30 Uhr im Rückspiel des Viertelfinales auswärts messen. „Die Bälle, die Spielmacher Luciano de Cecco seinen Mitspielern da manchmal aufgelegt hat, sind schon Weltklasse“, sagte Brams mit Blick auf das Hinspiel am vergangenen Mittwoch, das sein Team 1:3 verloren hat. Dann kommt sofort wieder der Volleyball-Wissenschaftler durch. „Aber egal, wie spektakulär der Ball auch sein mag — er zählt auch nur einen Punkt“, rechnet Brams vor.

Und genau das müsse sein Team lernen in letzter Konsequenz. „Mit unseren Stärken waren wir knapp davor, im Hinspiel mehr zu erreichen als einen Satzgewinn“, sagt Brams. Oder wie Dürens Zuspieler Matt West es nach dem 1:3 im Hinspiel formuliert hat: „Luciano de Cecco ist kein Gott, sondern auch nur ein Volleyball-Spieler — wenn auch ein sehr, sehr guter.“ Auch wenn de Cecco so schwer zu lesen sei wie kaum ein anderer Spieler, den er je analysiert hat, will Brams trotzdem Ansatzpunkte gefunden haben.

„Auch er hat gewisse Muster, auf die wir uns mit unserem Block und unserer Abwehr vorbereiten können“, erklärt Brams. Und genau das werde sein Team tun. „Wir treten in Perugia an, um da zu gewinnen. Dabei ist uns egal, dass der Gegner der große Favorit ist. Wir haben schon im Hinspiel gezeigt, dass wir ihnen gefährlich werden können.“ Die Situation ist für Dürens Volleyballer nicht neu. In den zwei europäischen Runden zuvor in Lyon und Budweis mussten die Powervolleys das Weiterkommen auch auswärts sicherstellen. Diese beiden Auswärtsspiele gehören zu den stärksten Leistungen der Saison bisher. Wenn Brams dieses Fazit nach dem heutigen Abend wieder ziehen kann, dann hat sein Team sich wieder weiterentwickelt. Ob das gegen eines des besten Teams der Welt zum Sieg reicht, steht auf einem anderen Blatt.

Die Entwicklung ist mit Blick auf die Bundesliga wichtig. Am Samstag ist die SVG Lüneburg zu einem enorm wichtigen Spiel in Düren zu Gast. Für beide Mannschaften geht es darum, den Anspruch auf Platz vier geltend zu machen. Da kommen Spiele gegen eines der besten Teams der Welt gerade recht als Vorbereitung.

Erst recht dann, wenn man selbst so stark spielt, dass man mithalten und daraus zusätzliches Selbstvertrauen ziehen kann. Das sagt der Volleyball-Wissenschaftler Anton Brams. Und der Volleyball-Fan.

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