Powervolleys: Interview mit dem Trainer vor dem Spiel gegen Frankfurt

Trainer Justin Wolff im Interview: „Wir müssen das Negative schnell abhaken“

Nach dem Kampfsieg gegen den TV Rottenburg vor zwei Wochen hatten die SWD Powervolleys ein bisschen Zeit zum Durchatmen. Die war auch nötig, vor allem weil die jüngste Bilanz nicht positiv ausgefallen ist: sieben Spiele, fünf Niederlagen. Im Gespräch mit Redakteurin Sandra Kinkel hat Powervolleys-Trainer Justin Wolff über das nächste Heimspiel am Samstag gegen die United Volleys Frankfurt, die restliche Saison, mentale Stärke und Karneval gesprochen.

Von den vergangenen sieben Spielen hat Düren nur zwei gewonnen – gegen den Tabellenletzten VCO Berlin und gegen den Vorletzten Rottenburg. Das ist keine gute Bilanz, oder?

Justin Wolff: Natürlich haben wir uns den Ausgang der Spiele gegen Herrsching und Königs Wusterhausen anders vorgestellt. Das ist doch keine Frage. Aber wir haben in allen sieben Parien sehr gute Aspekte gezeigt, das beweisen die knappen Fünf-Satzspiele gegen Berlin und Friedrichshafen. Die sollten bei den Spielern und auch bei mir hängen bleiben. Das Negative müssen wir schnell abhaken.

Welche positiven Aspekte sind das?

Wolff: Wir sind als Mannschaft gut zusammengestanden, haben sehr gut aufgeschlagen. Wir dürfen in einer so schwierigen Phase, die wir ohne Zweifel hatten, keinen Schuldigen suchen, sondern müssen die Fehler akzeptieren und einfach weitermachen.

Wie schwer ist das bei Spielen, in denen Düren mit zwei Sätzen geführt und am Ende doch verloren hat?

Wolff: Schwer, das ist doch überhaupt keine Frage. Jetzt muss die Mannschaft zusammenstehen. Aus diesen Spielen müssen wir lernen, dass wir nach einer Schwäche in einem Spiel wieder schnell zu dem zurückfinden, was in den zweieinhalb Sätzen vorher eben gut geklappt hat.

Arbeiten Sie eigentlich noch wie in der vergangenen Saison mit einem Mentaltrainer zusammen?

Wolff: Nein, und ich denke auch nicht, dass die Mannschaft derzeit Hilfe von außen braucht. Das Team ist sich einig, wir haben aus dieser schwierigen Phase gelernt. Definitiv.

Trainer Stefan Falter fehlt seit acht Partien, Lucas Coleman ist seit drei Monaten verletzt. Zwischendurch waren viele Spieler krank. Spielt das eine Rolle oder muss eine Bundesligamannschaft mit dem Anspruch, oben mitspielen zu wollen, das wegstecken?

Wolff: Es ist schwer, an einem Aspekt festzumachen, was die Ursachen für unsere Probleme waren. Sicher spielen die Dinge, die Sie angesprochen haben, eine Rolle. Hinzu kommt, dass es zum Teil sehr anstrengende Wochen mit mehreren Spielen in kurzer Zeit gab. Eine gewisse Ermüdung bei meinen Spielern war spürbar. Hinzu kam, dass unsere Gegner – zum Teil sicherlich auch Dank unserer Hilfe – besser ins Spiel gekommen sind. Beispielsweise haben wir uns mit Freidrichshafen am Ende einen offenen Schlagabtausch geliefert.

Fünf Niederlagen ausgerechnet in den sieben Spielen, die Sie als Cheftrainer zu verantworten haben: Ist das für Sie persönlich der Super-Gau oder überwiegt die Freude, dass die Mannschaft bewiesen hat, gegen große Gegner mithalten zu können?

Wolff: Zunächst einmal möchte ich sagen, dass niemand sich wünscht, auf diesem Wege Cheftrainer zu werden. Das ist klar. Trotzdem war es mir auch wichtig, mich nach der Erkrankung von Stefan Falter in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Natürlich hat es für die Mannschaft Unruhe gebracht, dass der Trainer lange ausfällt. Ich stehe aber in engem Kontakt zu Stefan Falter, bin immer von der Mannschaft unterstützt worden. Deswegen möchte ich nicht von einem Super-Gau sprechen. Überhaupt nicht.

Immer wieder ist in dieser Spielzeit zu hören, dass die Liga so eng ist wie noch nie. Trotzdem ist Düren nur Fünfter.

Wolff: Ja, wir sind aktuell auf einem unglücklichen fünften Platz, hätten aber auch schon Sechster sein können. Unglücklich deshalb, weil wir in dieser wichtigen Phase vor den Play-offs auf Grund der oben genannten Aspekte nur sehr wenig Punkte geholt haben. Unser Ziel muss sein, die letzten vier regulären Ligaspiele alle zu gewinnen.

Am Samstag kommt mit Frankfurt ein schwerer Gegner nach Düren.

Wolff: Ja, das stimmt. Frankfurt gehört genau wie wir zum Kern der Top-Mannschaften. Allerdings müssen die mit der Doppelbelastung Champions League umgehen und haben auch einige verletzte Spieler. Wir müssen es schaffen, Frankfurt mit guten Aufschlägen vor Probleme zu stellen. Dann können wir das Spiel gewinnen.

Sind alle Spieler fit?

Wolff: Außer Lukas Maase ja.

Was ist für Düren in der laufenden Saison noch möglich?

Wolff: Alles. Wir müssen jetzt die bestmögliche Ausgangssituation für die Play-offs schaffen und die Leistung abrufen, die wir in der ersten Hälfte der Saison gezeigt haben.

Laufen eigentlich schon die Vorbereitungen für die neue Saison?

Wolff: Die fangen gerade an, erste Gespräche laufen.

Braucht die Mannschaft einen Generationswechsel? Es gibt etliche Spieler, die schon älter als 30 Jahre sind.

Wolff: Das stimmt. Richtig ist aber auch, dass der Verein mit Lukas Maase einen sehr jungen Spieler für die nächste Saison verpflichtet hat. Außerdem sind die älteren Spieler alle absolut fit und enorm motiviert. Und sie bedeuten einen enormen Mehrwert aufgrund ihrer riesigen Erfahrung und ihres spielerischen Könnens.

Wissen Sie schon, ob Sie nächstes Jahr noch Co-Trainer in Düren sind?

Wolff: Auch diese Gespräche haben gerade begonnen.

Feiern Sie und die Mannschaft eigentlich auch Karneval?

Wolff: Wenn, dann nur ein kleines Bisschen. Wir haben am nächsten Wochenende wieder ein schweres Spiel gegen die Volleyball Bisons Bühl. Da können wir uns keine lange Pause erlauben.

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