Düren: Powervolleys: Die Balance zwischen Druck und Risiko

Düren: Powervolleys: Die Balance zwischen Druck und Risiko

Früher spielten Bundesliga-Teams lieber gegen den VfB Friedrichshafen zu Beginn einer Saison gegen die Formation vom Bodensee als gegen Ende. Angesichts der vielen, vor allem auch ausländischen Nationalspielern, wurde die Mannschaft unter ihr Rekordtrainer Stelian Moculescu erst im Laufe der Meisterschaftsrunde zu einer für die meisten Teams unschlagbaren Mannschaft.

Schließlich musste aus den Individualisten erst eine eingespielte Gemeinschaft werden. In dieser Spielzeit scheint es anders zu sein. Unter dem neuen Coach Vital Heynen, dem ehemaligen Trainer der deutschen und aktuellen der belgischen Nationalmannschaft, hat der neu formierte VfB die Gegner schon beeindruckt. Er gewann den Supercup gegen die Berlin Recycling Volleys glatt 3:0 und spielte zum Meisterschaftsauftakt gegen den TV Rottenburg so souverän auf, dass TVR-Coach Hans Peter Müller-Angstenberger nach der 0:3-Niederlage konstatierte, so stark habe er den VfB schon seit Jahren nicht mehr erlebt.

Und dieser starke VfB ist am heutigen Samstag der zweite Heimgegner der SWD Powervolleys der noch sehr jungen Bundesliga-Spielzeit.. Das erste Heimspiel verloren die Schützlinge des neuen Trainers Tommi Tiilikainen auch, weil die Qualität ihrer Aufschläge gegen die Unted Volleys Rhein Main teilweise zu wünschen übrig ließ.

Beim Pokalsieg wenige Tage später über den TV Rottenburg waren sie ein Garant des Erfolges. Speziell im ersten Satz gaben sie den Ausschlag: „Wir haben unsere Aufschläge besser getroffen. Das war der Unterschied“, erklärte Kapitän Jaromir Zachrich. Und sein Trainer ergänzte: „Wenn wir unsere Bälle im Aufschlag bringen, dann können wir Volleyball spielen“, sagte Tommi Tiilikainen.

So dürfen sich die Zuschauer ab 19.30 Uhr möglicherweise auf längere und vielleicht auch spektakuläre Ballwechsel freuen. Denn beim VfB Friedrichshafen hat mit dem Ende der Ära Moculescu ein Philosophie-Wechsel auch in Sachen Aufschlägen stattgefunden. Prügelten Moculescus Mannen ihre Aufschläge gnadenlos über das Netz in das gegnerische Feld, so lässt Vital Heynen seine Spieler taktischer aufschlagen. So war auch Düren gegen den TV erfolgreich. Die Powervolleys müssen wieder die richtige Balance zwischen Druck und Risiko finden. Machen sie zu wenig Druck, zieht der VfB sein schnelles Spiel, zu viel Risiko bedeuten geschenkte Punkte.

Diese Partie bedeutete nicht nur den Einzug in das Viertelfinale des DVV-Pokals, sondern war „auch Balsam für unsere Seele“, wie es Marvin Prolingheuer formulierte.

Der Diagonalangreifer geht auch davon aus, dass der VfB unter Heynen nicht mit dem von Stelian Moculescu zu vergleichen: „Die Mannschaft braucht sich nicht mehr einzuspielen, die ist schon stark drauf.“ Doch Angst gibt es auf Dürener Seite nicht: „Wir können doch frei aufspielen“, betont Prolingheuer und hofft, dass mindestens so viele Zusachauer wie gegen die United Volleys kommen: „Die Fans sind ein wichtiger Pluspunkt für uns.“