Düren: Powervolleys: Anton Brams vermittelt die US-Philosophie

Düren: Powervolleys: Anton Brams vermittelt die US-Philosophie

27 Jahre hieß er Anton Willert. Unter diesem Namen ist er auch noch auf der Homepage der US-Volleyballer zu finden. Doch der neue Trainer des Bundesligisten SWD Powervolleys heißt Anton Brams. Der Grund: Der 27-Jährige hat vor kurzem geheiratet und den Namen seiner Ehefrau angenommen.

Nun ist es also amtlich: Powervolleys-Geschäftsführer Rüdiger Hein, der Sportliche Leiter Goswin Caro und Gesellschafter Erich Peterhoff stellten am Montag den Nachfolger von Michael Mücke vor. Dass dessen Vertrag nicht verlängert wurde, hatte in der breiten Öffentlichkeit angesichts der positiven sportlichen Entwicklung in den vergangenen drei Jahren für Kopfschütteln gesorgt.

„Wir wollen uns aber in dieser schwierigen Struktur der Bundesliga weiter entwickeln“, sagte Rüdiger Hein. Deshalb setzen die Verantwortlichen zunächst für ein Jahr auf den gebürtigen Berliner. Der war zwar unter anderem Co-Trainer der Berliner Landesauswahl, auch wirkte er zwei Jahre beim VCO und der Junioren-Nationalmannschaft als Co-Trainer.

Aber: Aufmerksam wurden die Verantwortlichen aus Düren auf Brams aus einem anderen Grund. Im „Volleyballmagazin“, dem „Kicker“ für diese Sportart, stand vor Monaten ein Artikel über ihn. „Auf großer Mission“ war das mehrseitige Werk getitelt, in dem die Geschichte des jungen Berliners beschrieben wurde, der auf der anderen Seite des Atlantiks seit 2013 als Teil des US-Trainerstabs im Konzert der Großen mitmischt, der mit dem US-Team 2014 die Weltliga gewonnen hat.

Goswin Caro nahm Kontakt auf, eigentlich nur, weil Brams eine neue Analyse-Software entwickelt hat, die Trainern neue Möglichkeiten bietet. Aus den Gesprächen entwickelte sich mehr. Und so sagt Caro jetzt: „Er hat in Deutschland noch keinen bekannten Namen, aber er hat schon unheimlich viel Erfahrung. Und er hat unser vollstes Vertrauen.“

Mit diesem Vertrauen soll Brams, der in den USA auch als Referent beim Verband der Volleyball-Trainer und bei der A-Trainer-Ausbildung in Deutschland tätig ist, seine Mission in Düren angehen: „Dem Team neue Impulse geben, Routiniers wie junge Aktive mit Potenzial weiterentwickeln“, wie es Erich Peterhoff formulierte. Brams setzt dabei gerade auch auf amerikanische Tugenden: „Das US-Team hat Weltstars, die alles gewonnen haben, aber diese Spieler sind nie zufrieden und immer bereit, an sich zu arbeiten.“

Positiver denken

Die amerikanischen Spieler denken auch positiver als die Europäer: „Die amerikanischen Jungs denken immer nur an den nächsten Punkt. Sie lassen sich nicht vom Spielstand oder Bällen zuvor beeinflussen.“ Das sei eine der Stärken im US-Sport, die er seinen Spielern vermitteln wolle. Außerdem setzt Brams, der bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio dem US-Trainerstab angehören wird, nicht nur auf diese US-Philosophie, sondern auch auf die wissenschaftliche Herangehensweise.

Diese bezieht sich sowohl auf das Erstellen und Auswerten von Statistiken als auch auf die mechanischen Abläufe im Spiel: „Wenn ein Angreifer einen Ball zwei Zentimeter ins Aus schlägt, soll er sich nicht über den Fehler ärgern, wenn der technische Ablauf richtig war. Dann geht der nächste Ball eben ins Feld, weil er halt seine Technik verbessert hat.“ Volleyball sei zwar ein Fehlersport, aber Fehler seien nicht zum Ärgern da, sondern um ihre Anzahl dank ständigen Trainings zu minimieren.

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