Polizist rettet Menschen bei Großbrand in Düren

Umgehend eingegriffen : Polizist rettet Menschen bei Großbrand in Düren

In einem Geschäfts- und Wohnhaus in Düren ist es am Samstag zu einem schweren Dachstuhlbrand gekommen. Dem umsichtigen Verhalten eines Polizeibeamten, der die Gefahr entdeckt hatte, ist es zu verdanken, dass weder Beschäftigte noch Kunden oder Bewohner verletzt wurden.

Nach Angaben der Polizei hatte er die anfangs kleinere Rauchentwicklung gegen 12.45 Uhr bemerkt, als er zufällig vorbei kam. Er verständigte die Wehr und sorgte für die schnelle Räumung. „Das war auch dringend nötig, denn mit enormer Rasanz breitete sich das Feuer aus“, heißt es im Bericht der Ordnungshüter. Die komplette Dürener Feuerwehr Düren plus Spezialisten von der Kreuzauer Wehr waren im Einsatz. Kurz nach der Evakuierung des Komplexes, in dem sich ein Matratzenmarkt und früher ein Möbelhaus befand, stand eine Rauchsäule über dem Ort, die weithin sichtbar war.

Wegen der starken Rauchentwicklung gab es zudem eine Rauchgas-Warnung der Warn-App „Nina“ für den Kreis Düren. Alle verfügbaren Feuerwehrkräfte der Stadt Düren waren im Einsatz. Wehrleiter Johannes Rothkranz: „Zu Spitzenzeiten waren 173 Kollegen vor Ort.“ Einer von ihnen erlitt nach Polizeiangaben Verletzungen durch herabstürzende Deckenteile. Er wurde im Krankenhaus behandelt.

„Als die ersten Feuerwehrleute am Einsatzort eingetroffen sind, stand das Objekt allerdings schon im Vollbrand“, erklärte der städtische Branddirektor. Deswegen sei die erste Maxime der Feuerwehr gewesen, ein Übergreifen des Feuers auf die unmittelbare Nachbarschaft in der eng bebauten Monschauer Straße und der Bahnstraße im Dürener Stadtteil Rölsdorf zu verhindern. „Das war deswegen so wichtig“, betonte Johannes Rothkranz, „weil das Gebäude aus den 60er Jahren wirklich schon vollkommen in Flammen stand, als wir am Einsatzort eingetroffen sind.“

Matratzengeschäft in Düren in Flammen

Das Löschen des Gebäudes gestaltete sich für die Feuerwehrleute als sehr schwierig und auch gefährlich. Das betroffene Gebäude stammt aus den 1960-erJahren, alle Geschossdecken waren Holzbalkendecken. „Und die haben natürlich sofort lichterloh gebrannt“, sagte Johannes Rothkranz auf Nachfrage unserer Zeitung. Darüber hinaus sei der statische Zustand dieser Decken unklar gewesen. Rothkranz: „Wir mussten von akuter Einsturzgefahr ausgehen, was den Einsatz für die Kollegen natürlich sehr riskant gemacht hat.“

Die Wehrleute haben versucht, das Feuer weitestgehend von außen zu löschen. „Trotzdem mussten einige Kollegen ins Gebäude, weil das Haus einfach sehr verschachtelt ist. Das war wirklich ein kniffliger Einsatz für uns“, erklärte Rothkranz.

Die Hauptlöscharbeiten waren am späten Samstagnachmittag beendet, allerdings wird der Brandort noch bis Montagmorgen regelmäßig kontrolliert, um sicher zu gehen, dass wirklich alle Glutnester gelöscht sind. Rothranz: „Wir werden regelmäßig mit einer Löscheinheit zum Brandort fahren, damit wirklich nichts passiert.“ Vermutlich erst heute Vormittag können die Brandermittler der Polizei ihre Arbeit aufnehmen. Zur Brandursache konnte Johannes Rothkranz keine Angaben machen. Die Polizei informierte, dass das Gebäude in seiner Substanz beschädigt sei. Vernichtet wurden das Inventar und die Handelsware. Von einem Schaden im siebenstelligen Bereich sei auszugehen.

Der Bereich rund um Monschauer Straße und Bahnstraße war bis zum frühen Abend gesperrt. Für die Feuerwehr der Stadt Düren war der Dachstuhlbrand schon ein großer Einsatz. Im vergangenen Jahr haben sich die Einsatzzahlen der Dürener Wehr um satte 30 Prozent, nämlich von 1000 auf 1300 Einsätze erhöht. Rothkranz: „Flächenbrände, Sturmschäden oder Keller, die unter Wasser stehen, gehören natürlich auch dazu. Ich hatte für 2019 auf einen Rückgang der Zahlen gehofft. Aber wenn das Jahr so weitergeht, wie es begonnen hat, werden wir wieder mit so hohen Einsatzzahlen zurechtkommen müssen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Millionenschaden bei Feuer in Wohn- und Geschäftshaus

(kin/red)
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