1. Lokales
  2. Düren

Über 3000 Euro verlangt: Polizei nimmt Polster-Betrüger fest

Über 3000 Euro verlangt : Polizei nimmt Polster-Betrüger fest

Sie fordern für Polsterarbeiten viel mehr, als branchentypisch ist, dazu eine hohe Anzahlung: In Düren sind der Polizei jetzt Betrüger ins Netz gegangen.

Bei dem Versuch, ein älteres Paar aus Düren zu betrügen, sind am vergangenen Freitag zwei Männer aufgeflogen.

Wie die Polizei berichtete, hatten eine 82-Jährige und ihr 92-jähriger Lebensgefährte in einer Tageszeitung ein Einlegeblatt mit einem Angebot für Polsterarbeiten entdeckt. Nach einem Telefonat hätten zwei Männer am 17. November sechs Stühle abgeholt.

Für die in Auftrag gegebenen Polsterarbeiten veranschlagten sie den Angaben nach satte 3270 Euro, außerdem sollten die Senioren den Service mit 880 Euro anzahlen, in Bar, versteht sich. Die beiden Kunden hatten jedoch kein Geld im Haus, und so verließen die Unbekannten ohne Auszahlung, aber mit den Stühlen, die Wohnung des Paares.

Anschließend erkundigten sich die Senioren bei ortsansässigen Fachbetrieben. Das Ergebnis: Der genannte Preis war alles andere als marktüblich, kurz: viel zu teuer. Darüber hinaus stellten die beiden fest, dass sich auf der Auftragsbestätigung keine Umsatzsteuernummer befand – noch ein Hinweis. An der Firmenanschrift fanden die 82-Jährige und ihr Gefährte lediglich ein Firmenschild und einen überfüllten Briefkasten vor. Spätestens jetzt schrillten alle Alarmglocken: Das Paar erstattete Anzeige wegen des Verdachts des Betrugs. Daraufhin nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf.

Der Zugriff

Am vergangenen Freitag, dem Tag der angekündigten Auslieferung der Stühle, hielten sich zwei Beamte in der Wohnung der Senioren auf. Nach einem Telefonat, in dem den beiden mitgeteilt worden war, dass sich der Preis auf 3700 Euro erhöht habe und die Summe in Bar vorgehalten werden solle, erschienen gegen 17.40 Uhr zwei Männer an der Wohnanschrift.

Bei der Übergabe der sechs überarbeiteten Stühle überraschte die Polizei die Unbekannten. Eine Rechnung konnten die beiden dem Seniorenpaar nicht aushändigen. Kurz darauf stellte sich heraus, dass sich einer der beiden Tatverdächtigen illegal in Deutschland aufhält. Er wurde festgenommen.

„Die Ermittlungen in diesem Betrugsfall dauern an, es besteht der Verdacht, dass die beiden Auftraggeber über die Wertigkeit der verarbeiteten Materialien und den Wert der erbrachten Leistungen getäuscht wurden“, heißt es im Polizeibericht abschließend.

(red/pol)