Heimbach: Politiker regen Erhöhung der Kurtaxe auf ein bis zwei Euro an

Heimbach: Politiker regen Erhöhung der Kurtaxe auf ein bis zwei Euro an

Gegen Ende der Sitzung des Heimbacher Haupt- und Finanzausschusses wurde es lebhaft. FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard Droege fing sich eine harsche Erwiderung von Bürgermeister Bert Züll ein, und Droeges Parteifreund Hubert Kast brachte mit Blick auf die Feriendorf „Eifeler Resort” eine Erhöhung der Kurtaxe ins Gespräch.

32.000 Euro hat die Kommune pro Jahr ihrem Haushaltsentwurf 2010/2011 vorgesehen. Nach Ansicht von Politikern könnte es mehr sein, wenn die Kommune den Betrag auf einen oder gar zwei Euro erhöhe. Jetzt bezahlen die Gäste 50 Cent.

Von derartigen Gedankengängen will Bürgermeister Bert Züll aber nichts wissen: „Eine Beitragserhöhung in dieser Größenordnung sieht diese Verwaltung nicht vor.” Angesichts der klammen Finanzsituation kommt Züll aber nicht an Änderungen bei der Kurtaxe vorbei: „Bisher sind alle Kinder unter 14 Jahren beitragsfrei. Außerdem erheben wir die Kurtaxe bisher nur zwischen dem 1. April und dem 30. September. Das sind zwei der Punkte, mit denen wir uns beschäftigen.” Außerdem will sich Heimbachs Verwaltung die Beiträge mal ansehen, die umliegende Kommunen ihren Übernachtungsgästen abverlangen.

Zuvor hatten sich die Politiker zum Etatentwurf des Bürgermeisters geäußert, etliche Fragen gestellt, teilweise wegen des umfangreichen Zahlenwerkes Beratungsbedarf und endgültige Entscheidung über Zustimmung und Ablehnung für die Ratssitzung am 1. September angekündigt.

Beratungsbedarf „mit ganz gezielten Fragen” meldete auch FDP-Fraktionsvorsitzender Bernhard Droege an. „Wir sind pleite, wir sind sehr unzufrieden”, sagte der Freidemokrat, beklagte Müllabfuhrgebühren und Energiekosten für städtische Gebäude, die Kosten, die die KDVZ verursacht, setzte sich mit Anschaffungen für die Feuerwehr auseinander („Wie sollen wir das Auto für die Vlattener Wehr finanzieren?”) und brachte die Folgekosten für die Kunstakademie ins Spiel. Der Rundumschlag des Freidemokraten missfiel dem Bürgermeister: „Sie suggerieren hier, dass bei uns vieles im Argen liegt. Sie werfen einfach was in die Runde, ohne konkret zu werden. Stellen Sie entweder konkrete Fragen oder machen Sie konkrete Vorschläge”, wetterte Bert Züll. Auf jeden Fall werden FDP - und die Grünen - mit Heimbachs Kämmerer das Zahlenwerk vor der Ratssitzung besprechen.