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Düren: Poesie-Tage sollen Lyrik salonfähig machen

Düren : Poesie-Tage sollen Lyrik salonfähig machen

„Ein Konzert unterschiedlichster Stimmen, anhörenswert und spannend”: Dieses Fazit zogen über 150 Zuhörer des ersten Literatur-Festivals vor zwei Jahren auf Schloss Burgau.

Keine Eintagsfliege, wie die Neuauflage beweist, zu der der Verein „Heinrich-Böll-Haus-Langenbroich” und die Stadt Düren am Wochenende 26./27. Juni in die „gute Kulturstube” vor den Stadttoren in Niederau bitten. Der Eintritt ist frei, es wird aber um eine Spende gebeten.

Kamen die Lyriker 2002 aus der Euregio, so sorgt Organisatorin Dr. Karin Clark diesmal für mehr internationales Flair: Die Vize-Vorsitzende des Böll-Haus-Vereins hat 18 namhafte Poeten an Land gezogen. „Alles Autoren mit mehr als einer Sprach- und Kulturerfahrung. Ganz bewusst sind wir diesmal verstärkt auf Kollegen aus den neuen EU-Ländern zugegangen.”

Neu auch: Das Festival geht über zwei Tage.

Das Samstagsprogramm unter dem Motto „Burglesung” - moderiert von Sparkassen-Direktor Dr. Herbert Schmidt - behandelt ab 16 Uhr die „Freiheit des Wortes”. Akteure sind die ehemaligen Stipendiaten des Langenbroicher Böll-Hauses Lindita Arapi (Albanien), die Lyrikbände, Gedichte und Erzählungen veröffentlichte, Kaca Celan (Wojwodina), Leiterin der Theaterschule auf Schloss Burgau und Autorin von Theaterstücken, Gedichten und Hörspielen, Dragoslav Dedovic (Belgrad) mit Lyrik und Prosa, Jovan Nikolic (Belgrad), durch Lyrik und Theaterstücke bekannt sowie Ales Rasanau (Weißrussland) mit Gedichten.

An die Lesungen schließt sich eine Podiumsdiskussion an, an der neben den Vorgenannten noch Carlos A. Aguilera (Kuba), der nun als Lyriker und Essayist im österreichischen Graz arbeitet, und der bildende Künstler Max Aufischer (ebenfalls Graz), teilnehmen.

Dr. Karin Clark: „Wir haben diesen Tag bewusst in Bölls Tradition gestellt: Mit dem 11. September und dem Terrorismus werden weltweit immer mehr Schriftsteller und Journalisten angegriffen und getötet. Die Freiheit des Wortes war lange nicht mehr so in Gefahr wie heute!” Das Gespräch soll sich auch um Menschenrechte drehen.

Eine „Matinée der Poesie” verspricht das Sonntagsprogramm unter Dr. Karin Clark. Ab 11 Uhr nehmen daran teil der Antwerpener Peter Ghyssaert, Mitglied des „Ars Longa Streichquartetts” und Verfasser einer Lyrik- sowie mehrerer Gedichtsammlungen, der Schriftsteller, Übersetzer und Performer Koen Stassijns (Belgien), Sylvia Geist aus Berlin, die Lyrik, Gedichte, Prosa und Aufsätze verfasst, Jürgen Nendza aus Essen, bekannt durch Lyrik, Erzählungen, Hörspiele, Features und Funkerzählungen, der Lyriker Uldis Egils Berzins aus Riga, Albertina Soepboer (Niederlande), die Gedichte und Kurzgeschichten auf Niederländisch und Friesisch schreibt, der Lyriker Rouke van der Hoek (Eindhoven), Darek Foks (Polen), Autor von Romanen, Kurzgeschichten und Gedichten, sowie die Lyriker Tomaz Salamun aus Zagreb, Faraj Bayrakdar (Syrien) und Zsofia Balla (Rumänien).

Mit Berzins ist Letztere zurzeit im Böll-Haus. „Ich wohne in seinem Haus und arbeite an seinem Tisch. Das ist ein schönes Gefühl.”

Mit dem Festival möchte Dr. Clark das „Stiefkind Poesie” wieder salonfähig machen. Und: „Die Lesenden sollten in Kontakt bleiben und ihre Werke gegenseitig übersetzen”, wünscht sie sich.