Poervolleys: Enge Verbindung zu den Berliner Fans

Fan-Freundschaft : Anhänger der Powervolleys und der Berlin Recycling Volleys setzen auf Fairness

Die „Moskitos“ und der Berliner Fanclub „7. Mann“ sind eng befreundet. Das geht sogar so weit, dass Stefan Kriebs, der für Düren hält, einen Berlin-Schal trägt. Und der Berliner Bernd Paul Ehrenmitglied im Powervolleys-Fanclub ist,

Powervolleys-Trikot, türkisfarbene Mütze passend zu den Vereinsfarben, Schal am Handgelenk und eine dicke Trommel mit dem Club-Logo vorne drauf – so sieht Stefan Kriebs von den „Moskitos“, dem Fanclub der Powervolleys, normalerweise bei den Heimspielen seiner Mannschaft aus. Und der Mann macht mit seinen Kollegen mächtig Alarm in der Arena Kreis Düren.

Das war am Mittwoch beim zweiten Viertelfinal-Play-off auch so, aber es gab einen Unterschied: An Kriebs Handgelenk baumelte nicht nur der Schal der Powervolleys, sondern auch einer der Berlin Recycling Volleys. Und während des Spiels ist Kriebs immer wieder zu den zwölf Berliner Fans gelaufen, die die lange Reise nach Düren angetreten hatten.

„Es ist im Volleyball nicht wie im Fußball“, sagt Kriebs. „Natürlich gibt es eine gewisse Rivalität, aber eben nicht so extrem. Und mit den Fans aus Berlin verbindet uns seit vielen Jahren eine Freundschaft.“ Und zwar genau seit 2005. Bernd Paul vom Fanclub „7. Mann“ der Berlin Recycling Volleys waren die Dürener schon länger aufgefallen. „Und irgendwann bin ich einfach mal zu denen hingegangen und habe gefragt, ob wir nicht zusammen ein Bier trinken sollen. Und das tun wir seitdem regelmäßig.“

„7. Mann“ heißt der Fanclub der Berliner. Die beiden Vereine verbindet eine enge Freundschaft. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Die Fan-Szene im Volleyball, ergänzt Paul, kenne und verstünde sich gut. „Zwischen Düren und Berlin ist der Kontakt bei uns Fans aber noch mal ein Stück enger.“ Und zwar so eng, dass Bernd Paul anlässlich seines 60. Geburtstages Ehrenmitglied der „Moskitos“ geworden ist. „Mit passendem Shirt und allem, was dazu gehört“, erzählt er. „Da habe ich mich riesig drüber gefreut. Und das Hemd trage ich auch oft, wenn ich die Dürener Fans treffe.“

Paul kann sich noch gut erinnern, als die Powervolleys noch Evivo hießen und ihre Heimspiele in der Sporthalle des Burgau-Gymnasiums ausgetragen haben. „Das war eine hitzige Atmosphäre. Und es ist ja auch heute immer noch so, dass gerade Stefan Kriebs ein sehr emotionaler Fan ist. Die Atmosphäre bei den Powervolleys ist wirklich gut. Da kommen wir gerne hin.“

Und die Dürener fahren auch gerne nach Berlin. Acht Powervolleys-Anhänger starten heute in Richtung Bundeshauptstadt und treffen sich am Abend gleich zum Essen mit dem Berliner Fanclub. „Auch am Sonntag werden wir Zeit miteinander verbringen“, sagt Kriebs. „Und da wird natürlich auch tüchtig gefrotzelt. Aber während des Spiels hört die Freundschaft dann auf. Oder besser: Sie pausiert. Aber nach der Partie wird der Verlierer getröstet.“

Nach der Niederlage am Mittwoch mussten die Berliner besonders herzlich wieder aufgepäppelt werden. Die 2:3-Niederlage gegen Düren war aber aus Sicht des amtierenden Deutschen Meisters auch wirklich bitter. Schließlich hätte Berlin mit einem Sieg den Einzug ins Halbfinale klar machen können. „Die waren schon sehr geknickt“, sagt Stefan Kriebs. „Aber sie haben uns den Sieg am Ende auch gegönnt. Fairness wird bei uns einfach sehr groß geschrieben.“

Besondere Brisanz?

Natürlich seien er und die anderen Berlin-Fans schon mit dem Gedanken nach Düren gefahren, das Spiel zu gewinnen, sagt Paul. „Wir wollten den Sack zu machen. Aber so ist das eben im Volleyball. Man muss auch gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner erst einmal gewinnen.“ Dass das dritte und entscheidende Play-off am Sonntag eine besondere Brisanz hat, wollen die beiden Fans nicht verhehlen. „Für beide geht es um alles“, sagt Stefan Kriebs. „Obwohl Berlin mehr Druck hat als wir.“ Für Bernd Paul ist klar, dass seine Mannschaft den Einzug ins Halbfinale schafft. „Ich habe mir das Tippen zwar abgewöhnt“, sagt er. „Aber am Sonntag werden wir es schaffen.“

Und wenn nicht, ist das auch kein Beinbruch, schließlich weiß Bernd Paul ja, welche Mannschaft er dann anfeuern kann. „Ja, dann drücke ich Düren die Daumen“, sagt er und lacht. „Lieber wäre mir natürlich, dass Berlin gewinnt. Aber ich kann mir auch durchaus vorstellen, zum Halbfinale nach Düren zu kommen, um die Powervolleys anzufeuern.“

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