Düren: Planet Jazz-Reihe: „Joscho Stephan Trio“ sorgt für Ovationen

Düren: Planet Jazz-Reihe: „Joscho Stephan Trio“ sorgt für Ovationen

Henner Schmidt und Oliver Mack waren platt. Den beiden „Machern“ von Planet Jazz fehlten sichtlich die Worte , als sie die vielen Besucher sahen, die alle das „Joscho Stephan Trio“ im Komm hören und sehen wollten. Eine Premiere wurde es für die Organisatoren der Reihe, die zum ersten Mal ein „Ausverkauft“ vermelden.

Da stand mit Joscho Stephan ein virtuoser Gitarrist auf der Bühne, der Kompositionen des legendären Swing-Gitarristen Django Reinhard spielte und auf verblüffende Art und Weise die typischen Charakteristika dieser Musik traf.

Nie hatte man den Eindruck, dass der Gitarrenspieler nur mechanisch etwas nachspielte oder gekonnt coverte. Vielmehr gab er „alten“ Kompositionen ein neues Gewand.

Einerseits ist er Bewahrer der Gipsy-Tradition, aber auch „Erneuerer“, der vor allem in seinen Eigenkompositionen auf Stilelemente aus Jazz, Pop, Blues, Tango und Klassik setzte. Er ist ein exzellenter Könner auf seiner Maccaferri-Gitarre, ein origineller Interpret, der mit explosiver Dynamik, feinsten Nuancen und überraschenden Phrasierungen ein Konzert bot.

Er ist aber nicht nur ein fantastischer Solist, der seinem Instrument eine ungeahnte Klangvielfalt entlockt, sondern auch ein „vielsagender“ Entertainer, dem man genauso gerne zuhört, wenn er die Gitarre nur im Arm hält. Heiter-spöttisch seine Wortbeiträge, wenn er sich seinem Vater Günter Stephan zuwandte, der eine eindrucksvolle Rhythmusgitarre spielte („Mein Vater sucht ständig neue Akkorde, die er dann spielt, aber keiner bemerkt“), oder den hervorragenden Bassisten Volker Kamp, der einige bemerkenswerte Soli spielte, auf die Schippe nahm.

Das Publikum kam aus dem Staunen nicht heraus, wenn die Sologitarre erklang und man auf die linke Hand des Protagonisten achtete. Mit atemberaubender Geschicklichkeit jagten seine Hände über die Saiten. Slidings, Hammerings, Pull-offs, Glisandos und vieles mehr, was des Gitarristen Herz begehrt, waren zu hören, verbunden mit einer Anschlagtechnik, die Joscho Stephan zu einem imposanten Klangbild zusammenfügte, das ihn als einen „Großmeister des Gipsy“ auswies.

Allerdings ließ er auch seine „Verspieltheit“ durchblicken, wenn in einer traditionellen Komposition plötzlich mit dem Harry Lime-Theme „Der dritte Mann“ in den Komm-Katakomben auf James Bond traf.

Das Trio zauberte auf der Bühne mit seinem Klang einen Reichtum an Bildern, Anschauungen und Vorstellungen, verband Elemente des Swing-Jazz mit der Musik der Sinti und Roma, wandelte auf traditionelle Gipsy-Pfaden und brach „zu neuen musikalischen Ufern auf“ und ließ ein Publikum im Komm zurück, das restlos begeistert war und sich mit Ovationen bedankte.