Planet Jazz Club eröffnet Konzertsaison mit "Soul Chemestry"

„Planet Jazz Club“ eröffnet die Konzertsaison : „Soul Chemestry“ bietet besten Jazz direkt aus New York

Der „Planet Jazz Club Düren“ ist sich sicher: So voll war es noch nie. Bei einem solch erstklassigen Programm zum Auftakt ins neue Jahr war das aber auch kein Wunder. Dürener Jazzfans strömten am Samstagabend in die Fabrik für Kultur und Stadtteil „Becker & Funck“, um das amerikanische Quartett Vincent Herring „Soul Chemestry“ zu erleben.“

Die Künstler, die alle entweder aus New York stammen oder einen großen Teil ihrer Karriere dort verbracht haben, versprachen ein außergewöhnliches Konzert. Schon bei den ersten Tönen bestätigte sich diese Erwartung. Vincent Herring am Altsaxofon, Mike Le Donne am Klavier, Essiet Essiet am Bass und Joris Dudli am Schlagzeug füllten den Abend mit souligem Jazz, einem modernem Repertoire und einigen ungewöhnlichen Coverstücken.

Alle vier Musiker sind Meister ihres Handwerks mit langen musikalischen Lebensläufen. Vincent Herring tourte in den frühen 80er Jahren durch Europa und die Vereinigten Staaten und spielte neun Jahre lang an der Seite von Nat Adderley, dessen Bruder Julian „Cannonball“ Adderley seinen Stil stark prägte. Es folgten unzählige Arbeiten mit den großen der Szene. Seinem eigenen Stil blieb er dabei immer treu.

Pianist Mike Le Donne begann seine Karriere, als sein Vater, ein Jazz­gitarrist, ihn schon mit zehn Jahren zu seinen Gigs mitnahm. In den 1980ern zog er nach New York und spielt bis heute mit unzähligen Stars der Jazz-Szene. Auch Bassist Essiet Essiet kam in den 1980ern nach New York. Der aus Nigeria stammende Musiker spielte dort lange mit Vincent Herring. Der Schweizer Drummer Joris Dudli verbrachte ebenfalls zehn Jahre in der Stadt, die niemals schläft, und brachte dort seine internationale Karriere auf den Weg.

Seine Klasse zeigte das Quartett sofort mit dem ersten Stück, „Fried Pies“, im Original von dem amerikanischen Jazz-Gitarristen Wes Montgomery. Statt mit Gitarrenklängen füllte Vincent Herrings mit ausdrucksstarkem Saxofonspiel den Saal und überzeugte mit technischer Perfektion, mit überschäumenden Akzenten und einem souligen Gefühl. Zu enthusiastischem Applaus präsentierten sich auch die anderen Musiker bei Solo-Einlagen mit ihrem ganzen Können.

Mit einer Komposition des Schweizer Drummers Joris Dudli „The many Ways of Desire“ begaben sich die Musiker dann in leidenschaftlichere Gefilde. Denn wie Vincent Herring dem Publikum erklärte, gehe es in diesem Stück um „Making Love“. 

Neben eigenen Kompositionen präsentierte das Quartett auch neue Arrangements bekannter Songs wie „Norwegian Wood“ von den Beatles. Die Melodie lieferte Vincent Herring mit dem Saxofon, so ziemlich alles andere wurde von den Musikern neu interpretiert. Dem Popsong stand dieses Kleid einer energiegeladenen Jam-Session ausgezeichnet.

Längst konnte man im Publikum das Mitwippen nicht mehr im Zaum halten. Bei großartiger Stimmung boten die Gäste aus New York einen hochklassigen Jazz-Abend, der Lust auf mehr machte

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