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Pläne zum Bau eines Kunstrasenplatzes in Hambach

Hambacher Spielverein : Kunst- statt Naturrasen kostet 750.000 Euro

Die Ausgangslage war eigentlich klar: Als sich der Gemeinderat Anfang des Jahres trotz Kritik aus Hambach darauf verständigte, einen Kunstrasen für den Jugendförderverein (JFV) Sophienhöhe auf der Platzanlage des SV Niederzier zu errichten, sollte der „kleine HSV“ nicht leer ausgehen. Jetzt gibt es konkrete Überlegungen.

Insgeheim hatte die Politik gehofft, für die im laufenden Doppelhaushalt 2017/18 eingeplanten 590.000 Euro nicht nur den Aschenplatz in Niederzier, sondern auch den deutlich kleineren in Hambach umrüsten zu können. Doch es kam anders. Weil aber der Neubau in Niederzier letztendlich mit 540.000 Euro zu Buche schlägt, ist für Hambach derzeit kein Geld mehr vorhanden. Da die Politik nun aber einmal beim A-Ligisten Hambacher SV im Wort steht, soll der Umbau nun im kommenden Doppelhaushalt 2019/20 nachgeholt werden.Soweit der Plan.

Allerdings ist die Bauverwaltung im Niederzierer Rathaus nach intensiver Prüfung jetzt zu dem Schluss gekommen, dass ein Umbau des kleinen Aschenplatzes in Hambach wenig sinnvoll wäre. Der Platz, der gerade einmal Mindestmaße hat, kann aufgrund einer tektonischen Störung nicht vergrößert werden, besitzt derzeit keine Flutlichtanlage und ist ringsherum von hohen Bäumen umgeben, die bei einem Kunstrasen für einen unverhältnismäßig hohen Pflegeaufwand sorgen würden. Daher schlägt die Verwaltung nun vor, nicht den kleinen Aschenplatz, sondern den Naturrasen im Stadion Sophienhöhe umzubauen. Dies freilich wäre nach den aktuellen Erfahrungen aus Niederzier mit Kosten in Höhe von rund 750.000 Euro verbunden, hat die Verwaltung errechnet, da auch der komplette Untergrund des Platzes inklusive Drainage erneuert werden müsste. Trotzdem spricht auch Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) von der besseren Lösung, die er dem HSV-Vorstand in einem Gespräch näher gebracht hat. Heuser verweist auf das am Hauptplatz vorhandene Flutlicht- und Lautsprecheranlage sowie auf die Tribüne, die HSV-Mitglieder dort ehrenamtlich errichten wollen. Klar ist allerdings: Ohne Eigenleistung des HSV und ohne Unterstützung Dritter wird das Projekt angesichts der hohen Kosten kaum zu stemmen sein. Daher habe sich der HSV-Vorstand noch Bedenkzeit erbeten, erklärt Heuser. Bis zur Erstellung des Haushaltsentwurfs Mitte Januar/Anfang Februar erwartet er ein Signal. Dann könnte – die noch ausstehende Zustimmung des Gemeinderates vorausgesetzt – das Projekt „Kunstrasen Hambach“ schon im kommenden Jahr umgesetzt werden, wenn der „kleine HSV“ sein 100-jähriges Bestehen feiert.