Düren: Pianistin Christina Kugler spielt zugunsten von „donum vitae“

Düren: Pianistin Christina Kugler spielt zugunsten von „donum vitae“

Als passende Einstimmung wählte Pianistin Christina Kugler aus Merzenich Leos Janáceks (1854 bis 1928) „Im Nebel“. Janàcek ist neben Dvorak und Smetana einer der berühmtesten Komponisten Tschechiens. „Im Nebel“ ist das wohl letzte Klavierstück des Musikers.

Mit den Sätzen Andante, Molto Adagio, Andantino und Presto reflektiert Leos Janácek seine Lebenssituation. Das Werk, in vielen Passagen bruchstückhaft erscheinend, offenbart dem Hörer die ganze Melancholie, in der der Komponist zum Zeitpunkt des Erschaffens von „Im Nebel“ abgetaucht war. Stürmisch, die ganze Zerrissenheit Janáceks demonstrierend, ging Christina Kugler mit Ganzkörpereinsatz bei dem Klavierstück vor.

Frei nach dem Motto „Es ist im Leben schrecklich eingerichtet, dass bei den Rosen gleich die Dornen stehen“ hatte der Komponist viele seiner Kompositionen geschrieben. Komponieren war, so erzählt es die Überlieferung, für Leos Janácek ein psychologischer Vorgang. Johann Sebastian Bachs (1685 bis 1750) „Sarabande aus der Partita B-Dur“ ließ die Gäste wieder zur Ruhe kommen. Mit seinen „Partitas“ im tänzerischen Dreiertakt soll Bach seine Schüler dazu angehalten haben, eine „kantable Art im Spielen“ zu erlangen.

Mit Frank Schubert (1797 bis 1828) und seiner Sonate a-Moll op. 42 wurde das Spiel Kuglers wieder stürmischer und wilder. Die Hörer erkannten Melodien, die so ähnlich auch in Volksliedern zu finden sind. Das, was Schubert besonders als Liedkomponisten auszeichnet, ist die meisterliche Verarbeitung von Weisen aus dem Volksliedgut zu unverwechselbaren Kunstwerken. Die vier Sätze Moderato, Andante poco mosso, Scherzo: Allegro vivace- Trio: un poco piu lento und Rondo: Allegro vivace interpretierte Christina Kugler technisch perfekt und mit großem Engagement.

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