Philipp Depiereux: Digitalisierung im Elektroauto

Dürener Philipp Depiereux startet Youtube-Format : Unterwegs in Sachen Digitalisierung

Vom Smartphone aus den nächsten Urlaub buchen, die Zeitung auf dem Tablet schon am Abend vorher lesen oder Behördengänge online erledigen: die Digitalisierung hat viele Facetten. Der gebürtige Dürener Philipp Depiereux berät Weltkonzerne dabei, wie sie mit den Herausforderungen der Digitalisierung umgehen.

Jetzt hat Depiereux ein eigenes Format bei Youtube gestartet - und lädt dafür immer wieder auch Dürener in seinen „Changerider“ ein. Mit seinem Elektroauto fährt Depiereux, der aus einer bekannten Dürener Unternehmerfamilie stammt, durch die Republik. Als Beifahrer nimmt er ausgewählte Gäste mit, die zum Thema Digitalisierung etwas zu sagen haben.

„Wenn in Deutschland über Digitalisierung gesprochen wird – egal ob in Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft - dann meist mit einem negativen Unterton", sagt Depiereux, der mittlerweile in München lebt. „Dabei gibt es genug tolle Beispiele, die zeigen, dass wir in Deutschland beste Voraussetzungen haben, um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern. Genau die Personen, die für einen positiven Wandel stehen, die nicht jammern, sondern machen und anpacken, wollte ich stärker in den Fokus rücken.“

Also konzipierte er das Format „Changerider“, bei dessen Entstehung mit Hans Christian Ahrenkiel ein weiterer Dürener maßgeblich beteiligt war. Das Konzept ist schnell erklärt: Während der Rundfahrt fungiert Depiereux als Chauffeur und Moderator, der seine Gäste über ihren ganz eigenen Umgang mit der Digitalisierung erzählen lässt.

Das Interview wird bei Youtube eingestellt. „Wichtig ist, dass meine Beifahrer eine spannende Geschichte zu erzählen haben und eine optimistische Sichtweise auf den digitalen Wandel mitbringen. Menschen, die diesen Wandel mit Mut, Umsetzungsstärke und Innovationsgeist aktiv gestalten, interessieren mich. Das können Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sein“, erzählt Depiereux.

Bekannte Gesichter

Prominenz spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Zwar waren mit der Unternehmensberater-Legende Roland Berger, NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart oder der Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung Dorothee Bär bereits einige bekannte Persönlichkeiten dabei. Aber in der achten Folge etwa ist Depiereux mit seinem alten Freund Jens Neumann, Rektor der Gemeinschaftsgrundschule Inden in Lucherberg, unterwegs.

Der berichtet darüber, dass die Schüler sowohl motorisch als auch in Sachen Konzentrationsfähigkeit immer weniger Grundfertigkeiten mitbringen. „Die Entwicklung ist schon krass“, berichtet Neumann aus dem Schulalltag. „Die Konzentrationsspanne hat unheimlich abgenommen, wir machen heute viel mehr Bewegungspausen als früher.“

Neumanns Erklärungsansatz: „Die digitalen Möglichkeiten werden falsch genutzt.“ Es könne nicht sein, dass Eltern die Kinder vors Tablet setzen, um sie „ruhigzustellen“. Kinder müssten auch in der digitalen Zeit noch Sport machen und sich dreckig machen.

In Richtung Politik gewandt wünscht sich der Rektor, dass mehr Mittel zweckgebunden für die digitale Ausstattung der Schulen eingesetzt werden – denn es gebe genug sinnvolle Möglichkeiten, moderne Hilfsmittel in den Unterrichtsalltag einzubauen. Dies müsse aber mit dem nötigen Augenmaß geschehen. Mit Ryan Hood, Gründer des Online-Marktplatzes „hood.de“ hat Depiereux schon einen weiteren Dürener im „Changerider“ begrüßt.

Düren liegt im am Herzen

Auch mit ihm fährt er durch die alte Heimatstadt, die er immer noch im Blick hat: „Auch wenn ich mittlerweile seit 16 Jahren in München wohne, liegt mir meine Heimatstadt Düren und das Rheinland sehr am Herzen. Abgesehen davon ist Düren aber genau so ein Positiv-Beispiel der Digitalisierung, wie ich es im Changerider gerne vorstelle. Die Stadt ist deutschlandweit Vorreiter in Sachen E-Government und hat bereits viele Prozesse, die früher mit einem zeitraubenden Behördengang verbunden waren, auf die digitale Schiene gelegt. Und mit Streetscooter kommt das deutsche Vorzeigeprojekt in Sachen Elektromobilität ebenfalls aus der Region, E-Mobility made in Düren sozusagen“, stellt der Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens „Etventure“ seiner Heimatregion ein positives Zeugnis aus.

Weitere Gäste aus der Region sind bereits fest eingeplant, kündigt Depiereux an: „Der Gründer von Streetscooter, Prof. Dr. Günther Schuh, hat ebenfalls schon für eine Fahrt beim Changerider zugesagt. In Kürze wird außerdem auch die Fahrt mit Oliver Paasch, Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, erscheinen, mit dem ich auf meiner Tour ins Hohe Venn gefahren bin.“

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