Düren: Pfarrkirche St. Bonifatius: 1,7 Millionen Euro für den Umbau

Düren: Pfarrkirche St. Bonifatius: 1,7 Millionen Euro für den Umbau

Es bleibt dabei: Trotz der kurzfristigen Ankündigung der Pfarre St. Lukas, die Trägerschaft, nicht aber die Trägeranteile für alle Gruppen übernehmen zu wollen, soll in die Pfarrkirche St. Bonifatius für 1,7 Millionen Euro eine viergruppige Kindertagesstätte integriert werden.

Die Trägeranteile der zwei nicht kirchlich finanzierten Gruppen soll die Stadt übernehmen. Mit den Stimmen der „Ampel“-Koalition hat der Jugendhilfeausschuss (JHA) dem Stadtrat das Projekt und die damit verbundene Übernahme der jährlichen Betriebskosten von rund 150.000 Euro ab dem Kita-Jahr 2018/19 empfohlen. Die weiter offene Fragen sehende CDU-Fraktion enthielt sich der Stimme.

Kritik im Ausschuss

Für die „Ampel“ verteidigte Bruno Voß (Grüne) das architektonisch und stadtplanerisch innovative Projekt, das die seit Jahren bestehende Unterversorgung an Kita-Plätzen im Dürener Südosten beseitigen soll. Voß sprach von einem „Geschenk“, da die Investitionskosten aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetz des Bundes stammen.

Im Ausschuss wurde aber auch Kritik laut. Vera Schellberg, Mitglied der mit der Kindergartenbedarfsplanung betrauten Arbeitsgruppe, monierte die erst Anfang der Woche von der Pfarre St. Lukas auf CDU-Nachfrage angekündigte Schließung des zweigruppigen Montessori-Kinderhauses im Grüngürtel, da nunmehr nicht vier, sondern de facto nur zwei neue Gruppen, statt 90 nur 50 neue Kita-Plätze, entstehen. Sie stellte auch die Frage, ob damit die Investitionskosten von 1,7 Millionen Euro noch gerechtfertigt seien.

Die Pfarre ist zur Schließung gezwungen, weil das Bistum Aachen die Übernahme zusätzlicher Kita-Gruppen bislang aus finanziellen Gründen ablehnt, aber der Übertragung von Trägeranteilen zustimmt. Sollte bis 2018 im Kreis Düren eine katholische Einrichtung schließen, könnten auch deren Anteile auf die neue Bonifatius-Kita übertragen werden, kündigte Pfarrer Hans-Otto von Danwitz an. Angesichts des derzeitigen Überangebots an Kita-Plätzen im Grüngürtel ist die Montessori-Schließung aus Sicht von Bruno Voß kein Problem.

Und sollten 2018 Kita-Plätze im Grüngürtel fehlen, sei die Stadt in der Pflicht, das Kinderhaus zu übernehmen. Ein Vorstoß, der von Bürgermeister Paul Larue (CDU) mit Blick auf die Kosten dringend erforderlicher Baumaßnahmen umgehend zurückgewiesen wurde. Er sprach sich für die Bonifatius-Kita aus. Damit sei aber auch klar, dass man die Montessori-Schließung und eine etwaige Unterversorgung im Grüngürtel erst einmal in Kauf nehmen müsse.

Die von der Stadt gezahlten Umbaukosten für die Pfarrkirche — die CDU befürchtet angesichts der Erfahrungen mit Umbauten im Altbestand eine Kostensteigerung — wurden vom JHA auf 1,7 Millionen gedeckelt. In dem Zusammenhang fragt die CDU, ob der Stadt die Zusage der Kirche vorliegt, alle weiteren Umbaukosten zu übernehmen. Weitere Fragen der CDU betreffen unter anderem den Brandschutz und die Fundamente der Kirche. Sie will auch wissen, ob die Stadt bereits konkret mit dem Bistum über die Übernahme der Trägeranteile der beiden weiteren Gruppen verhandelt hat.

(ja)
Mehr von Aachener Zeitung