Düren: Pfarrer Heinrich Plum feiert sein Goldenes Priesterjubiläum

Düren: Pfarrer Heinrich Plum feiert sein Goldenes Priesterjubiläum

„Das ist das erste Mal, dass ich hier Applaus kriege“, wunderte und freute sich Pfarrer Heinrich Plum in der Pfarrkirche St. Michael in Echtz. Der pensionierte Pfarrer von Echtz, Hoven, Merken und Seelsorger der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Düren-Nord feierte am Freitagabend sein Goldenes Priesterjubiläum.

Seine Rückschau war derart bewegend und reich gespickt mit Anekdoten, sein Dank so echt, dass die Besucher mit Applaus für „ihren“ Pfarrer nicht zurückhalten konnten. Geboren wurde Heinrich Plum vor 75 Jahren in Aachen. Vor 50 Jahren wurde er in seiner Heimatstadt zum Priester geweiht. Vor allem an ein Detail erinnerte er sich noch genau: an den Manipel. Dabei handelt es sich um ein heute nicht mehr gebräuchliches Stoffband, das der Priester am Handgelenk trägt. Plum: „Als ich während der Weihe auf dem Teppich lag, konnte ich meinen Manipel nicht mehr finden.“

Still schaute er sich um, suchte die Wege ab, die er gegangen war. Nichts. Dann fragte er leise seinen Nachbarn, und siehe da, der hatte den fremden Manipel aufgelesen und zwei am Arm. Plum: „Ohne Hindernisse konnte die Feier von da ab weitergehen.“ Nach der Priesterweihe war er im Raum Jülich und am Niederrhein tätig. Am 21. Mai 1976 kam er an einem sonnigen Tag nach Echtz. Viele Veränderungen erlebte das Gotteshaus während der Ära Plum, gewollte und ungewollte. So tauchten eines Tages junge Männer auf, die ursprünglich aus Schlesien stammten, inzwischen aber in Bad Oeynhausen beheimatet waren. Plum: „Nichts Böses ahnend schloss ich denen die Türe auf.“

Das Ansinnen der jungen Männer: Sie wollten „ihre“ Glocke wiederhaben, die einst den Weg von Schlesien in den Echtzer Kirchturm genommen hatte. Plum: „Das Bistum schrieb damals einen diplomatischen Brief, wir sollten uns einigen.“ Die Gemeinde plante daraufhin ein erstes Pfarrfest. 15.000 Mark kostete eine neue Glocke samt Montage. Das Ziel des Festes: Diesen Betrag zu erreichen, eine neue Glocke anzuschaffen und die alte Glocke den jungen Männern zurückzugeben. Der Plan ging auf. Plum: „Das erste Pfarrfest war das Beste, das wir je erlebt haben.“

14.900 Mark kamen zusammen, damit war der Fall geklärt. In einem Zug wurde noch der Kirchturm saniert. Plum erinnerte sich weiter an den ehemaligen Altarraum, in dem Stufen rauf und runter zu einem Hochaltar führten. Plum: „Ich fand das schrecklich. Doch die Echtzer fanden das toll, es war einmalig.“ Irgendwann, als Plum sich negativ über den Zustand des Altarraums geäußert hatte, knickten die Echtzer ein und fragten: „Herr Pastor, wann fangen wir mit dem Umbau an?“ Das ließ sich der Geistliche nicht zwei Mal sagen.

Plum: „Ich war überrascht und dachte: Solch eine Gelegenheit kommt nie wieder.“ In diesem Zug lernte er „seine“ Echtzer kennen. Noch heute ist er verblüfft: „Was die Echtzer gebrasselt haben! Meine lieben, unermüdlichen Echtzer.“ 1989 konnte der neue Altar geweiht werden. Sehr erheiternd auch die Geschichte vom „asthmatischen Klimperkästchen“, das einer Orgel weichen musste, die aus einer Stuttgarter Leichenhalle stammte und zunächst nur piano, also leise, spielen konnte.

Nach einer entsprechenden Überarbeitung trägt sie seit vielen Jahren den Spitznamen „Echtzer Domorgel“. Nach weiteren Renovierungen dachte der Geistliche 2005: „Nun ist alles so herrlich hergerichtet, nun müssen die Leute doch wieder in die Kirche kommen, doch der Gedanke war naiv. Die Leute kamen nicht zurück, der Geist der Zeit machte auch vor den Echtzern nicht Halt.“ Seit fünf Jahren ist Heinrich Plum offiziell in Rente, als Subsidiar zelebriert er allerdings immer noch Messen. In seiner Freizeit fährt er gerne Fahrrad.

Der Jubiläums-Liturgie wohnten Regionaldekan Hans Doncks bei, ebenso GdG-Düren-Nord-Pfarrer Norbert Glasmacher, Diakon Achim Krampe und Gemeindemitglied Marcus Seiler. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgten der Kirchenchor von St. Michael unter der Leitung von Peter Eich und Opernsänger Gerhard Bannas.