Neujahrsempfänge der Stadt Düren: Paul Larue: „2019 muss ein Jahr Europas werden“

Neujahrsempfänge der Stadt Düren : Paul Larue: „2019 muss ein Jahr Europas werden“

„2019 muss ein Jahr Europas werden“, steht für Dürens Bürgermeister Paul Larue fest. Und dies stellte der CDU-Politiker denn auch in den Mittelpunkt seiner Neujahrsansprachen, am Mittwoch vor rund 200 Vertretern von Verbänden, Behörden, Wirtschaft und Handel im Rathausfoyer, am Dienstagabend beim Empfang für Vereine und Verbände vor rund 350 Gästen auf Schloss Burgau.

„Wir dürfen das größte Friedensprojekt der Weltgeschichte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, forderte Larue mit Blick auf das Wiedererstarken nationalistischer und antidemokratischer Kräfte. „Bei der Wahl des EU-Parlaments am 26. Mai geht es darum, die politischen Kräfte zu stärken, die für die Einheit der EU und des Kontinents antreten.“ Denn, und auch das machte Larue deutlich, auf dem Spiel stehe nichts weniger als die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die soziale Gerechtigkeit und Solidarität, die einheitliche Währung sowie die längste Friedens- und Wohlstandsperiode in der Geschichte Europas. 

„Auch wir als städtische Gemeinschaft tragen Verantwortung dafür, dass der europäische Gedanke fortbesteht“, unterstrich Larue. Er rief die Führungskräfte als Multiplikatoren und auch die Vereinsvertreter auf, sich aktiv in das EU-Projekt einzubringen, beispielsweise über die Städtepartnerschaften, die von zahlreichen Vereinen, Schulen und Gruppierungen bereits intensiv gepflegt werden, wie Larue anhand zahlreicher Beispiele belegte.

Paradebeispiel aus Sicht Larues ist die seit nunmehr 60 Jahren bestehende Städtepartnerschaft Dürens mit Valenciennes, die 2019 gebührend gefeiert werden soll, unter anderem mit einem Festwagen im Orchideensonntagszug. „Diese lebendige Partnerschaft verdanken wir den zur Versöhnung ausgestreckten Händen der Franzosen“, erinnerte der Bürgermeister, an eine Geste, die 15 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Zerstörung von Valenciennes durch deutsche Truppen alles andere als selbstverständlich gewesen sei. Larue betonte aber auch, dass es ihm immer auch wichtig gewesen sei, Europa weiter zu fassen, mit Städtepartnerschaften in der Türkei (Karadeniz Ereğli), der Ukraine (Stryj) und Bosnien-Herzegowina (Gradačac). Die alljährliche Partnerschaftsmeile beim Stadtfest ist aus seiner Sicht dabei die beste Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen, auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Vor den Führungskräften warf der Bürgermeister am Mittwoch auch einen kleinen Blick auf das, was das neue Jahr für Düren bringen soll. Dabei steht die weitere Belebung der Innenstadt mit der Umgestaltung des Kaiserplatzes im Mittelpunkt. Und die wird, so viel ist jetzt klar, nicht vor Mitte/Ende März beginnen. „Der Orchideensonntagszug muss also nicht verlegt werden“, versicherte Larue. Und nach dem Theodor-Heuss-Park, dessen weitgehend abgeschlossene Umgestaltung im Frühjahr so richtig sichtbar werde, stehen in den kommenden Monaten Arbeiten im Adenauerpark und im Holzbendenpark im Zuge des Hallenbadneubaus an.

Und – wenn alles wie geplant verläuft – werde Düren 2019 mit zahlreichen neuen Wohngebieten weiter wachsen, Larue erwartet rund 1500 neue Einwohner, nachdem die mehr als 30 seit 1999 erschlossenen Baugebiete bereits für ein Plus von mehr als 3000 Bürgern gesorgt haben. „Die meisten kamen im Übrigen nicht aus Syrien oder anderen Krisenländern, sondern aus Köln.“ Und Larue ist zuversichtlich, dass in Kooperation mit den benachbarten Kommunen Niederzier, Merzenich und Kreuzau schon bald 160 Hektar dringend benötigter Gewerbeflächen ausgewiesen werden können, um die hohe Nachfrage bedienen zu können.

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