Papiermuseum Düren feiert Geburtstag mit Peter-Viehöver-Ausstellung

Papier als große Leidenschaft : Ausstellung zum Jubiläum im Papiermuseum Düren

Zum ersten Geburtstag des neuen Papiermuseums wird die Sammlung von Peter Viehöver gezeigt. Seine Tochter erinnert sich gut an seine Begeisterung für den Werkstoff. Der Papiermacher und Gewerkschafter ist einer der Mitgründer des Papiermuseums.

Es ein Jahr her, dass das neue Papiermuseum in Düren eröffnet wurde. Der weiße, modern anmutende Neubau hinter dem Leopold-Hoesch-Museum wurde in drei Jahren für rund viereinhalb Millionen Euro fertiggestellt und zeigt Exponate rund um das Thema Papier. Mit dem ersten Jahr im neuen Gebäude ist Direktorin Anja DornIn zufrieden. In den ersten elf Monaten haben 12.925 Menschen das Papiermuseum besucht. Es fanden außerdem 273 Führungen und Workshops statt.

Zur Geburtstagsfeier am Sonntag, 8. September, zieht eine besondere Ausstellung in die Räumlichkeiten ein: „Leidenschaft Papier“ ist der Titel, mit dem die Sammlung des Dürener Papiermachers und Gewerkschaftlers Peter Viehöver überschrieben ist. Aus einer umfangreichen Auswahl aus über 3000 Objekten aus dem weiten Themenkreis Papier werden 70 Exponate im Papiermuseum gezeigt.

Der 2004 verstorbene Peter Viehöver war nicht nur selbst Papiermacher, sondern auch Kommunalpolitiker und leidenschaftlicher Sammler. Seine Tochter Lydia Kruse, die den Nachlass ihres Vaters zum Thema Papier mit ihrer Mutter der Stadt Düren gestiftet hat, erinnert sich noch gut an den Enthusiasmus von Peter Viehöver: „Er hat immer gesagt“, erzählt die 68-Jährige, „dass Düren eine Papierstadt ist und deshalb ein Papiermuseum braucht.“ Kein Wunder also, dass Viehöver sich mit Heinrich August Schoeller, Alfred Hoesch und Dr. Dorothea Eimert in den 80er Jahren für die Gründung des Papiermuseums einsetzte, das 1990 erstmals seine Türen öffnete. Auch seine Tochter kennt sich in Sachen Papier gut aus. „Wenn man in einem Papiermacherhaushalt groß wird“, sagt sie, „kriegt man sehr viel mit.“

Dazu gehörten auch die Arbeitsbedingungen der Angestellten in der Papierindustrie. In seiner Rolle als Gewerkschafter hatte Viehöver auf diesen Aspekt einen besonderen Blick. Kruse erinnert sich, dass ihr Vater einmal mit einer Verletzung am Arm nach Hause kam. Er war in der Papiermaschine stecken geblieben.

In der Ausstellung finden sich historische Grafiken und Stiche, die die verschiedenen Arbeitsprozesse und die Arbeiter zeigen. Ergänzend dazu hat Viehöver auch Literatur gesammelt, etwa 80 Prozent seiner Exponate sind Schriften. „Nach dem Krieg hatten wir ein Bücherregal bevor wir ein Bett hatten“, sagt Kruse. „Mein Vater hat immer viel gelesen.“ Von der Umfangreichen Hintergrundliteratur sind allerdings nur Einzelstücke ausgestellt.

Blickfang ist eine im Stil eines Puppenhauses nachgebaute Papiermühle, die Viehöver selbst gezimmert hat. Seine Tochter ist gerade bei diesem Stück fasziniert von den Details. Sie freut sich, dass die Sammlung ihres Vaters nun öffentlich zu sehen ist. Einige Stücke, stellt sie fest, habe sie sogar selbst noch nie gesehen.

Am Sonntag, 8. September, wird die Ausstellung „Leidenschaft Papier“ um 12.30 Uhr eröffnet. Bis 17 Uhr werden am Sonntag außerdem offene Workshops im Werkraum, das traditionelle Papierschöpfen und eine Show mit einem Papierclown angeboten. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Februar 2020 im Papiermuseum zu sehen.