Simonskall: Papierhistoriker stellt im Junkerhaus Papiermarken aus

Simonskall: Papierhistoriker stellt im Junkerhaus Papiermarken aus

Die deutschen Museen haben das Jahr 2009 als „Jahr der Graphik” ausgerufen. Unzählige Ausstellungen zeigen bundesweit graphische Erzeugnisse. So beschloss auch das Junkerhaus in Simonskall seine diesjährige Ausstellungssaison mit graphischen Werken zu beginnen.

Zwei weitere Ausstellungen dieser Art werden im Verlauf des Jahres folgen. „Der Verein Höhenart Hürtgenwald und die Gemeinde haben immer gute Ausstellungen zu bieten”, freute sich Bürgermeister Axel Buch schon im Voraus.

Dr. Heinz Schmidt-Bachem, der erste Aussteller, ist laut Initiator Franz Tiedtke „ein echter Geschichtsglücksfall”. Der inzwischen in Düren lebende Papierhistoriker ist großer Sammler von Gebrauchskunst. So darf er 150.000 Plastiktüten aus aller Welt sein Eigen nennen. „Alltagssachen sind gleichzeitig Zeitdokumente”, erklärte Schmidt-Bachem. Doch nicht Plastiktüten, sondern briefmarkengroße Reklamemarken zieren die Ausstellung, begleitet von Vorstufen und Umfeld derselben. Diese Marken hatte ihm vor zwei Jahren die Münchenerin Charlotte Meier überlassen. „Nachdem ich die Reklamemarken nach Düren gebracht hatte, war ich eine Woche lang nicht ansprechbar. Ich war komplett in die Marken versunken”, erzählt der Aussteller.

Und wirklich: Die aufwändigen Marken, die in der Zeit um den Ersten Weltkrieg ihre Hochzeit erlebten, ziehen den Betrachter sofort in ihrem Bann. Ihre kunstvolle Gestaltung machten Reklamemarken zum begehrten Sammelobjekt bei Kindern und Erwachsenen der damaligen Zeit. Eine Themenbeschränkung gab es nicht. Sport, Politik, Produkte oder Institutionen - alles fand seinen Platz auf den kleinen Marken.

Bis zum 28. Juni können Besucher des Junkerhauses in Simonskall dieses laut Heinz Schmidt-Bachem „weitgehend vergessene Kapitel der Alltagskultur” hautnah erleben.

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