Abenden: Paar teilt Motorrad-Leidenschaft: Spezieller Totenkopftank am Lenker

Abenden : Paar teilt Motorrad-Leidenschaft: Spezieller Totenkopftank am Lenker

„Mir ist das manchmal peinlich, was mein Mann da alles an seinem Motorrad montiert hat, daher fahre ich lieber selber“, schmunzelt Nadine Lebek. Die 36-jährige Busfahrerin lebt in Abenden mit ihrem Mann Ralf Weiser in einem alten Fachwerkhaus zusammen.

Beide fahren gerne Motorrad, aber eben lieber getrennt. Wobei sich die Maschinen der beiden sehr ähnlich sind. Nicht auf Schnelligkeit kommt es dem Paar an, sondern auf Ästhetik und individuelle Ausstattung. Privatier Ralf Weiser, der noch vor einigen Jahren in Düren lebte, tüftelt gerne an Motorrädern herum. So baute der 50-Jährige für seine „Yamaha Royal Star“ eine Musikanlage, die nicht der Norm entspricht.

Ralf Weiser erzählt: „Ich wollte beim Fahren Musik hören, die ich auch noch bei 120 Kilometern pro Stunde gut vernehme.“ Er teste zunächst mehrere gängige Musikanlagen, doch keine davon bewährte sich. Also schnappte sich der Bastler eine MP3-Anlage und schloss diese an Lautsprecherboxen an, die er wiederum in vier Fernlichtgehäuse einbaute. Nun fegt von seinem Motorrad eine vier Mal 950 Watt-Anlage mit sattem Sound über die Straßen hinweg, wenn der Fahrer das möchte. Natürlich dreht er die Anlage in Ortschaften und an Ampeln runter, doch trifft er meist nicht auf taube Ohren.

Wie er beschreibt, gehen die Daumen der Passanten hoch, hören sie die geschmackvolle und gut ausgesteuerte Musik, die dem Motorrad entweicht. Manche fangen sogar an der Ampel zu tanzen und genießen den unerwarteten Beat. Eine weitere Besonderheit: Nicht nur seine Maschine tankt auf den gemütlichen Ausfahrten im Schnitt sechs Liter Benzin auf 100 Kilometer, sondern auch für den Fahrer bastelte Ralf Weiser einen eigenwilligen Tank.

In einer Dose mit Totenkopfdesign am Lenkrad deponiert er vor jeder Fahrt immer 100 Gramm Gummibärchen, die er dann im Laufe der Kilometer vertilgt. Ralf Weiser erklärt: „Wenn ich eine Idee habe, dann gebe ich mich dran und setze diese um.“ So sitzt er auch nicht auf einem normalen Motorradsitz, sondern montierte zwei rustikale Bobber-Sättel an diese Stelle. Optisch passte er das Motorrad seiner Frau, eine „Yamaha Drag-Star 650“, seiner Maschine inzwischen an. Doch erlaubt Nadine Lebek an ihrer Chopper nicht diesen „Schnickschnack“, für den sie sich manchmal „fremdschämt“. Also fahren die beiden auch in Zukunft zusammen aus, aber eben doch getrennt.