Frauwüllesheim: Ostumgehung freigegeben: 60 Prozent weniger Verkehr in Frauwüllesheim

Frauwüllesheim: Ostumgehung freigegeben: 60 Prozent weniger Verkehr in Frauwüllesheim

Dr. Achim Siepen war die Freude, Genugtuung und Erleichterung anzusehen. „Der jahrelange Einsatz hat sich gelohnt“, betonte der CDU-Lokalpolitiker, der sich seit 2009 intensiv für die Ortsumgehung in seinem Heimatort Frauwüllesheim eingesetzt hat. Ein Projekt, dessen Wurzeln freilich noch viel weiter zurückreichen, wie auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst am Montag bei der offiziellen Freigabe der L264n betonte.

„Ich habe kurz nachgerechnet. Als die Planungen begannen, war ich in der 9. Klasse“, erklärte der CDU-Politiker mit einem Schmunzeln, bevor er feierlich das Band zerschnitt. Zur Einordnung: Im Juli wird Wüst 43 Jahre alt.

Fotos: Jörg Abels Foto: Jörg Abels

Seit Ende Mai bereits fließt der Verkehr nun größtenteils an dem 700-Einwohner-Ort vorbei. Früher quälten sich auf der wichtigen Verbindungsstrecke zwischen Jülich und Euskirchen bis zu 10.000 Fahrzeuge am Tag durch die engen Straßen von Frauwüllesheim, seit Öffnung der A4-Anschlussstelle Merzenich auch mehr, verbunden mit einer erheblichen Lärm- und Schadstoffbelastung. „Jetzt sind es 60 Prozent weniger“, erklärte Thomas Ganz, Regionalleiter des Landesbetriebs Straßenbau NRW.

„Der Unterschied ist riesengroß“, betonte auch Achim Siepen, der vielen Frauwüllesheimern sicherlich aus der Seele spricht, wenn er sagt: „Es ist fantastisch, wie ruhig es jetzt im Dorf ist, auch wenn die Bauarbeiten noch nicht komplett abgeschlossen sind.“ An einigen Stellen muss innerorts die Fahrbahn noch ausgebessert werden, machte Projektleiter Arnd Meyer von Straßen.NRW deutlich.

Im Auftrag des Landes hat Straßen.NRW in den vergangenen 14 Monaten rund fünf Millionen Euro in die 2,1 Kilometer lange Ortsumgehung Frauwüllesheim mit zwei Kreisverkehren und zwei kleinen Brücken über den örtlichen Bach investiert. Ein Projekt, das absolut unstrittig war, wie Wüst, Ganz und Nörvenichs Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU) betonten.

Die ganze Dorfbevölkerung habe dahintergestanden. „Mit der Umgehung wird der Ort nicht nur lebenswerter, auch die Verkehrssicherheit ist gestiegen“, betonte Wüst. Gleichzeitig ermunterte der Minister die Verantwortlichen der Gemeinde, die Chance zu nutzen und jetzt auch städtebaulich tätig zu werden.

Der Eingriff in die Natur wurde kompensiert. „Wir haben auf 54.000 Quadratmetern zum Beispiel Hecken und Obstbäume gepflanzt“, erklärte Thomas Ganz. Auch der Erhalt der Brutstätten der bedrohten Grauammer habe im Mittelpunkt gestanden.

Am Rande der offiziellen Freigabe der L264n machten die Verantwortlichen von Straßen.NRW zwei Ankündigungen: Die K16 Frauwüllesheim Richtung Irresheim soll noch in dieser Woche wieder befahrbar sein. Und wichtige Nachricht mit Blick auf die Luftreinhaltung in Düren: Der erste Teilabschnitt der Ostumgehung (B56n) zwischen Stockheimer Landstraße (Neapco) und Kölner Landstraße soll am 26. Juli offiziell freigegeben werden.

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