Düren: Ostumgehung: Dürener Rat spricht mit einer Stimme

Düren: Ostumgehung: Dürener Rat spricht mit einer Stimme

In einer Resolution fordert der Dürener Stadtrat Bundes- und Landesregierung auf, für einen zügigen Bau der Ostumgehung (B56n) zu sorgen. Während seiner Sitzung am Mittwoch dokumentierte der Rat Geschlossenheit bei diesem für die Stadt so bedeutenden Infrastrukturprojekt.

Das Kommunalparlament verabschiedete die Resolution einstimmig. „Seit 40 Jahren setzen sich der Rat und die Bürger der Stadt Düren für die Realisierung der Ostumgehung ein. Über 40000 Kraftfahrzeuge, darunter überdurchschnittlich viele Lkw, quälen sich täglich auf der heutigen Ortsdurchfahrt, der Bundesstraße 56, durch die Innenstadt von Düren. Dies führt zu unerträglichen und gesundheitsschädlichen Belastungen insbesondere für die Anwohner in den betroffenen Straßenzügen sowie zu einer in dieser Form nicht mehr hinnehmbaren Lähmung des innerstädtischen Verkehrsflusses”, heißt es in dem von der CDU/FDP-Koalition verfassten Text, dem die SPD am Donnerstag noch einige Ergänzungen zufügte.

Eine nachhaltige Verbesserung der Luftschadstoffsituation sei ohne Ostumgehung nicht zu erreichen, betont die Kommunalpolitik und bezieht sich dabei vor allem auf die Stickstoffbelastung entlang der Euskirchener Straße und der Schoellerstraße, die zeitweise deutlich über dem Grenzwert liegt. Da mit der Erteilung des Baurechts für die B56n in Kürze zu rechnen sei, sollten die notwendigen Mittel im Haushaltsplan 2012 des Bundes dringend eingeplant werden, appelliert der Rat an die Verantwortlichen in Berlin.

Auch wenn sich der Stadtrat bei der Abstimmung über die Resolution einmütig zeigte und in der Sache völlig einig ist, hatte es im Vorfeld Verstimmungen gegeben. So erklärte SPD-Fraktionschef Henner Schmidt, dass er beim Kampf um eine schnelle Realisierung der Ostumgehung eine miteinander abgestimmte Arbeit hinter den Kulissen bevorzugt hätte. „So war es eigentlich vereinbart. Doch dann demonstriert die erste Partei, die nächsten preschen alleine mit einer Resolution vor. Unser Weg wäre ein anderer gewesen”, sagte Schmidt der DZ. Er betonte auch, dass er der von CDU-Mittelstandschef Rolf Delhougne angestoßenen Bürgerbewegung zur B56n nicht unbedingt positiv gegenüber steht. „Mit Klamauk kommen wir sicher nicht weiter”, urteilte Schmidt.

Grünen-Fraktionschefin Verena Schloemer wiederholte am Donnerstag ihre Kritik, bei allem Einsatz für die Ostumgehung werde vergessen, dass sofort etwas unternommen werden muss, um die Situation für die Anwohner der B56 zu verbessern. „Wir brauchen eine Umweltzone”, forderte Schloemer. „Auf die Realisierung der B56n zu warten und sonst nichts zu unternehmen, wäre absolut fahrlässig.”