Langerwehe: Organist Elmar Lehnen in der Pfarrkirche St. Martin

Langerwehe: Organist Elmar Lehnen in der Pfarrkirche St. Martin

Es war ein Hauch von einem Sommerkonzert in der Langerweher Pfarrkirche St. Martin. Tosende Tonwellen, virtuose Läufe, verspielte Leichtigkeit, romantische Stimmungen, Besinnlichkeit und heitere Unbeschwertheit erfüllten den Raum.

Elmar Lehnen, Organist der Päpstlichen Marienbasilika in Kevelaer, sorgte für einen ungewöhnlichen Konzertabend. Er entlockte der Eule-Orgel im Gotteshaus überraschende Farben und Klänge, legte die beachtlichen Potenziale mit sensibler und auch mutiger Registerwahl frei. Angekündigt hatte er sein Spiel schon vor dem Konzert auf der Orgelbühne, als er den Konzertbesuchern die ausgewählten Stücke mit ihren Feinheiten und Höhepunkten vorstellte.

Eine Einführung, die half, auch die Werke von weniger bekannten Komponisten wie Marco Enrico Bossi oder Joseph Jongen zu verstehen. Imposant war dann auch die Einleitung der „Sonata Eroica” des belgischen Komponisten.
Der Kevelaerer Organist Lehnen, dem man nachsagt, mehr spielen zu müssen als andere Domorganisten, überzeugte bei allen Kompositionen mit technisch brillantem Spiel sowie feinsinnigen und subtilen Klangrealisierungen. Er ist ein Meister seines Fachs, der die Zuhörer mit seinem musikalisch einfühlsamen Spiel in den Bann zog. Eine Stecknadel hätte man im Kirchenraum fallen hören, den Beifall sparte man sich für das Konzertende auf.

Nach der Sonata „Eroica” folgte die „Fantasie und Fuge g-moll” von Johann Sebastian Bach. Ein Stück, das sowohl schwermütig und heiter unbeschwert klingt. Für das Publikum war es eine mitreißende, virtuose Entdeckungsreise.

Mit César Francks „Prelude, fugue et variation” wurden die Zuhörer in die romantische Orgelmusik versetzt, genossen die starke Ausstrahlung der Komposition und die fließenden dynamischen Übergänge. Sie boten Zeit und Raum für Besinnlichkeit. Eine wiederum andere Atmosphäre entstand bei der spätromontischen Komposition von Marco Enrico Bossi „Thema und Variationen”.

Der Organist schien alle Register seines Könnens zu ziehen, schwelgte in den Variationen über das Anfangsthema, wogende Tonkaskaden in virtuosen Läufen und alles spielte er mit vorherrschender Leichtigkeit. Eine Überraschung gab es zum Schluss.

Die Orgel wurde zum Begleitinstrument für Sophia Lehnen, die mit ihrer glockenhellen Musical-Stimme Evergreens wie „Somewhere over the rainbow”, „Thankful” und das leicht rockige „I say a little Prayer” sang. Es waren ein fantastischer Abschluss für das dritte Sommerkonzert und das Publikum geizte nicht mit Applaus.

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