Düren: Oliver Kuck spuckt sich in den Kirschkern-Olymp

Düren: Oliver Kuck spuckt sich in den Kirschkern-Olymp

Was Lance Armstrong für die Tour de France, ist Oliver Kuck für die WM im Kirschkern-Weitspucken: Bei der 30. Auflage des Juxwettbewerbs sicherte sich der gebürtige Geyer, der seit Jahren in der Nähe von Bingen lebt, bereits zum sechsten Mal den Titel - einsamer Rekord.

Zwar blieb er mit 18,51 Meter deutlich hinter seinem Weltrekord aus dem Vorjahr (21,71 m) zurück, hatte die starke Konkurrenz aber schon in der Vorrunde mit seiner unschlagbaren Technik fest im Griff.

„Ehrensache”

Als einziger Teilnehmer übertraf er die 18-Meter-Marke und brauchte sich als letzter Spucker des Endkampfes überhaupt nicht mehr ins Zeug zu legen, stand er doch bereits als alter und neuer Champion fest.

Trotzdem - und da zeigt sich der wahre Weltmeister - steigerte er sich noch einmal um einen halben Meter. „War doch Ehrensache, dass ich versuche, meinen Titel zu verteidigen”, freute sich Kuck nach der Siegerehrung, Pokal und Kirmesgeld in den Händen. Ergo müssen sich die Ex-Weltmeister Wolfgang Schlepütz und Hans Peter Iven, diesmal mit 17,09 m und 16,81 m auf den Plätzen zwei und drei, auch im nächsten Jahr mächtig anstrengen, wollen sie Kuck aus dem Spuck-Olymp vertreiben.

Das Vermessungsteam mit Jürgen Fischöder am Zollstock, Heinz Broich am Besen und „Schreiberling” Bernd Kürten an der Tafel hatte mächtig viel zu tun. Moderator Robert Wirtz begrüßte zum Auftakt der Annakirmes auf dem Hundesportplatz hinter der Achterbahn eine rekordverdächtige Spuckgemeinde aus sechs (!) Nationen: Niederlande, Belgien, USA, Schweiz, Polen und „Dürener Land”, wobei die Eidgenossen um Ex-Titelträger Thomas Steinhauer und Vorjahressiegerin Conchita Kohler diesmal leer ausgingen.

Auch so mancher ambitionierte Neuling musste schnell erkennen, dass es weitaus leichter aussieht, den Kern auf der ein Meter breiten Bahn zu halten, als es in Wirklichkeit ist. Kirschkern-Spucken will halt gelernt sein.

Bei den Frauen gewann Petra Zurhalle aus Vettweiß mit 12,64 Metern vor Ceyla Aydin (11,48 m) und Sabine Farwick (11,35 m). Den Titel der Junioren erspuckte sich Stephan Hermann mit guten 15,28 Metern, vor Thomas Jörres (13,75 m) und dem Sieger der beiden letzten Jahre, Jan Knipprath (12,69 m).

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