Nideggen: Oldtimer in malerischer Mittelalterkulisse

Nideggen : Oldtimer in malerischer Mittelalterkulisse

Sieben Jahrzehnte Automobilgeschichte sind am Wochenende durch die Nideggener Altstadt gerollt. Ein seltenes Bild, das die Herzen der Oldtimerfreunde höher schlagen ließ. Die vom Motor-Sport-Club Adenau (MSC) ausgerichtete Rallye ADAC Adenau-Classic führte am Samstag vom Nürburgring ausgehend erstmals durch die Herzogstadt.

Auf dem Marktplatz stellte Moderator Michael Gries den Zuschauern alle 125 Teilnehmer und Automobile kurz vor, am Zülpicher Tor wurden sie vom Nachtwächter per Hornsignal im Minutentakt auf die Weiterreise geschickt. Viele Besucher nutzen die Chance, sich mit historischen Automobilen vor mittelalterlichem Gemäuer fotografieren zu lassen.

Höhepunkt dieser Etappe der 28. Adenau-Classic war die Strecke des „Eifelrennens“, die von Nideggen über Berg, Wollersheim, Platten, Heimbach, Hasenfeld, Schmidt und Brück zurück nach Nideggen führt. Vor dem Bau des Nürburgrings war das „Eifelrennen“ in den 1920er Jahren eine feste Größe im immer beliebter werdenden Motorsport. Die etwa 33 Kilometer lange Strecke führte, wie damals üblich, über öffentliche Straßen. Doch die damalige Straße hat kaum etwas mit den heute ausgebauten Strecken zu tun: schmal, hubbelig und meist im Gewand einer besseren Schotterpiste forderten die Straßen Fahrern und Maschinen alles ab. Beachtliche Steigungen und 86 abwechslungsreiche Kurven machen heute noch den Reiz der Strecke aus.

„Star der damaligen Zeit war Rudolf Caracciola, dessen Onkel in Aachen die ‚Fafnir‘ baute und ihm für die Rennen Fahrzeuge zur Verfügung stellte“, blickte Alfred Novotny, Vorsitzender des MSC Adenau, zurück. Nicht ausgebaute Autobahnen, sondern die schmalen, sich windenden Straßen der Eifel passen zu Oldtimern, findet Alfred Novotny. Drei Tage lang ging es für die Rallyeteilnehmer quer durch die Eifel, 550 Kilometer Strecke und viele Aufgaben mussten bewältigt werden, bevor am Pfingstsonntag das Rennen im historischen Fahrerlager am Nürburgring endete.

Der Verein MSC Burgring Nideggen-Eifel Classic hat sich mit einer Sonderprüfung in die zweite Etappe der Adenau-Classic eingebracht. Im „Classic Center“ mussten die Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellen und 40 Meter Fahrzeughalle in exakt zwölf Sekunden durchfahren. Bei der Rallye kommt es schließlich nicht auf Geschwindigkeit an, sondern auf Gleichmäßigkeit beim Fahren und Navigationsfertigkeiten.

Der Reiz der Eifellandschaft hat Fahrer aus ganz Deutschland und den Benelux-Staaten angelockt, aber auch aus Dänemark reisten Teilnehmer an. „Die Adenau-Classic ist kein Kindergeburtstag“, unterstrich Alfred Novotny den hohen Anspruch der Rallye. Die im Schnitt 16,5 Stunden reine Fahrzeit durch eine frühlingshaft-verzaubernde Eifel-Landschaft jedoch dürften jeden Teilnehmer mehr als nur entschädigt haben.