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Kommentar zu Annakirmes: Ohne Tabus – alles auf den Prüfstand

Kommentar zu Annakirmes : Ohne Tabus – alles auf den Prüfstand

Das Lied von „Layla“ läuft auf der Annakirmes an allen Ecken. „Warum nicht?“, fragt unser Redakteur. Die Annakirmes hat andere Probleme, die ohne Tabus auf den Tisch müssen.

Eines vorab: Das viel diskutierte Lied von der Puffmama, die schöner, jünger, geiler ist, ist auf der Annakirmes nicht zu überhören. Überall dröhnt „Layla“ aus den Boxen, auch wenn sich die Stadt etwas anderes gewünscht hätte. Und die Besucher haben Spaß daran. Ohnehin war die Verbotsdebatte scheinheilig, gibt es doch unzählige dieser Ballermann-Songs, über die sich bislang nie jemand aufgeregt hat. Man muss sie nicht mögen, aber solange sie nicht verboten sind: Warum nicht? Die Schausteller machen sich nicht zu unrecht eine Aussage von Bundesjustizminister Marco Buschmann zu eigen.

Und schließlich gibt es auf der Annakirmes größere Probleme, allen voran die Absageflut, die mal mit Personalmangel, aber auch mit zu hohen Standgeldern und Energiekosten begründet wird. Ausbaden muss es der Besucher, der weniger Attraktionen vorfindet und deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Nachdem die Klageflut nicht-berücksichtigter Schausteller in der Vergangenheit arg am früher makellosen Image der Annakirmes gekratzt hat, ist es jetzt fünf nach Zwölf.

Die Stadt läuft Gefahr, dass ihr jahrzehntelanges Aushängeschild zur Normalkirmes verkommt. Deshalb muss wirklich einmal alles auf den Prüfstand, Ankündigungen müssen Taten folgen. Und dabei darf es keine Tabus geben, auch ein früherer Beginn am Freitagabend, der anderswo längst Normalität ist, muss diskutiert werden, damit die Inhaber der großen Attraktionen in Zukunft wieder gerne nach Düren kommen.