Kreis Düren: Öffentlicher Dienst: Bürgermeister kritisieren Gewerkschaftsforderung

Kreis Düren: Öffentlicher Dienst: Bürgermeister kritisieren Gewerkschaftsforderung

„Zwei Herzen schlagen in meiner Brust“, sagt Heimbachs Bürgermeister Bert Züll. „Einerseits haben die kompetenten Verwaltungsmitarbeiter eine Gehaltssteigerung verdient. Auf der anderen Seite muss ich an die Sicherung unseres Haushalts denken.“

So wie Züll geht es auch seinen Amtskollegen im Kreis Düren nach der Ankündigung der Gewerkschaft Verdi und des Beamtenbundes, für die kommende Tarifrunde im öffentlichen Dienst eine Steigerung des Reallohns von mehr als 3,5 Prozent erreichen zu wollen. Forderungen, die die kalkulierten Zahlen der Gemeinden deutlich überschreiten würden.

Zwar habe man beim aktuellen Doppelhaushaushalt 2013/2014 ein Wachstum bei den Gehältern einkalkuliert, „dabei reden wir allerdings von etwa zwei Prozent“, erklärt Bert Züll. „Jedes Prozent mehr tut unserem Haushalt weh.“ Heimbachs Bürgermeister beschreibt, was bei einer massiveren als der kalkulierten Reallohnsteigerung anstünde: „Wir müssten an anderen Stellen sparen, oder aber mit Steuererhöhungen die Defizite auffangen. Das würde zu Reibereien auf einer anderen Ebene führen.“

Dürens Bürgermeister Paul Larue hat sich nach der Ankündigung der Arbeitnehmervertreter bereits seine Gedanken gemacht. Die Stadt hat gerade mit Mühe und Not den Haushaltsausgleich für die Jahre 2014 und 2015 geschafft. Er kennt die Forderungen im Vorfeld der nächsten Tarifrunde, zu der auch ein sogenannter Sockelbetrag, eine Pauschale von 100 Euro, gehören soll. „Der Vorsitzende des Städtetages hat die Forderung bereits als unrealistisch eingeschätzt. Mit der Pauschale würden sich Gehälter faktisch um 7,1 Prozent erhöhen. Das ist schlicht nicht machbar.“

Es sei üblich, eine moderate Aufstockung einzukalkulieren. Auch seine Verwaltung habe in einem Rahmen von zwei Prozent geplant, sagt Larue. Wie sein Heimbacher Kollege hofft Dürens erster Bürger, dass es einen Kompromiss geben wird. „Wir haben uns mit schmerzhaften Sparrunden aus dem Nothaushalt herausgewunden. Es wäre fatal, wenn wir wieder in unsichere Gewässer gerieten. Natürlich wollen wir den Mitarbeitern aber auch mehr Geld zugestehen“, sagt Larue, gleichzeitig Personaldezernent seiner Stadt. Er sitze „zwischen den Stühlen“.

Auch in der klammsten Gemeinde des Kreises ist die Forderung angekommen. Nideggens Bürgermeisterin schlägt in dieselbe Kerbe wie ihre Kollegen: „In einer Größenordnung von 3,5 Prozent Steigerung plus Pauschale haben wir natürlich nicht kalkuliert. Sollte es dazu kommen, wäre unsere Situation geradezu dramatisch.“ Die Stadt muss jedes Jahr einen Haushaltssanierungsplan vorlegen, langfristige Planungen seien ohnehin schwierig. „Natürlich haben die Mitarbeiter gutes Geld verdient, gerade in den kleinen Kommunen, wo Einzelpersonen oft mehrere Ressorts betreuen.“ Auch sie hofft auf eine Tarifeinigung, die „beiden Seiten ein gutes Gefühl“ gebe.