Obermaubach: Obermaubacher wollen Geld vom WVER

Obermaubach: Obermaubacher wollen Geld vom WVER

Blitz und Donner haben das Unwetter angekündigt. Aus dem Westen zog es heran. Mit ihm kamen die Regenfälle. Nicht irgendwelche Tropfen fielen auf das Dürener Land. Wolkenbruchartige Regenfälle gingen auf die Höhenort in der Eifel und dien Dörfer im Rurtal nieder.

„Solche Wassermassen haben wir noch nie gesehen. Wir stehen auf der Straße bis zu den Knien im Wasser”, informierte ein Bewohner von Obermaubach die DZ-Redaktion am Sonntag, den 5. Juni.

„Wir müssen Druck auf den Kessel bringen”, sagte gut viereinhalb Monate später auch ein Bürger von Obermaubach. Er heißt Hans-Josef Schneider. Mit Ortsvorsteher Heinrich Winter und Bruno Weiermann will er Druck machen, denn: Sie sind der Auffassung, dass der Wasserverband Eifel-Rur die Kosten für die Schäden tragen soll, die die Wassermassen in großen Teilen Obermaubachs angerichtet haben.

In den Fremdenverkehrsort am See strömten die Wassermassen aus Richtung Bergstein und Brandenberg hinab, ließen den kleinen Rinnebach zu einem reißenden Flüsschen werden. Ganze Straßenzüge standen unter Wasser, Garagen und Keller wurden überschwemmt, Gärten verwandelten sich in Seenlandschaften. Die neun Löschzüge der Gemeinde Kreuzau waren bis in die Abendstunden im Einsatz.

Obermaubach hatte es am schlimmsten getroffen von allen Ortschaften, die Blitz, Donner und Regen heimgesucht hatten. Nun erwarten die Obermaubacher finanzielle Entschädigung vom Wasserverband. Und sie berufen sich auf ein Schreiben des Wasserverbandes aus dem Jahre 1997. In dem Brief an Kreuzaus damaligen Bürgermeister Hans Zens, das vom früheren Vorstand Dr. Lothar Böckels unterschrieben worden ist, heißt es, dass der WVER für durch Überschwemmung auftretende Schäden haftet.

Außerdem solle ein Durchlass des Rinnebaches unter der Straße Steinacker erweitert werden. 14 Jahre nach dem Schreiben ist der Durchlass immer noch nicht erweitert worden, weigert sich die GVV-Kommunalversicherung, die Versicherung des WVER, für die Schäden aufzukommen.

Der Grund: Bei den Wassermassen handele es sich im „ein deutlich über 100-jähriges Regenereignis. Die Verpflichtung unseres Mitgliedes geht nicht dahin, die Gewässer so auszubauen, dass auch bei einem derartigen außergewöhnlichen Regenereignis es zu keinerlei Überschwemmungsschäden bei den Anliegern kommt.” Außerdem, sagt Diplom-Ingenieur Franz-Josef Hoffmann, würden Unterschriften immer nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben gelten. Und vor 14 Jahren wäre der Maßstab eben ein 50-jähriges Regenereignis gewesen.

Selbst wenn damals, wie überlegt und auch wegen eines zusätzlichen Entlastungskanals in der Appolinaris-Straße verworfen, ein Hochwasserrückhaltebecken zwischen Obermaubach und der Gemeinde Hürtgenwald gebaute worden wäre: Es wäre nur auf das 50-jährige Ereignis ausgerichtet gewesen: „Der Entlastungskanal war die bessere Alternative”, sagte Hoffmann.

Auf jeden Fall wird der Wasserverband Eifel-Rur das Unwetter vom 5. Juni zum Anlass nehmen, alles kritisch zu überprüfen. Geld gibt es aber nicht. Da bleibt möglicherweise nur der Klageweg. Beim WVER und bei der Gemeinde Kreuzau sind auf jeden Fall schon Schadensersatzforderungen angemeldet worden.

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