Fehlende Ausbaumöglichkeiten: Nur ein Radweg – in die falsche Richtung

Fehlende Ausbaumöglichkeiten: Nur ein Radweg – in die falsche Richtung

Wenn es nach dem Willen der Nideggener Politik geht, dann soll der Ortsteil Schmidt besser mit Radwegen an den Rest des Stadtgebietes angebunden werden. Denn von Schmidt aus gibt es derzeit nur gute Radwege in die Gemeinde Simmerath.

„Und dann fahren die Leute natürlich dorthin, statt in Nideggen ein Eis essen zu gehen“, sagt Uwe Hensch (FDP).

Seine Partei hat deswegen den Antrag gestellt, Schmidt besser mit Radwegen auszustatten, auch in Richtung Heimbach und Vossenack. „So könnten wir vielleicht auch Touristen aus Heimbach nach Schmidt locken, die dann hier etwas essen oder trinken gehen“, betont Hensch.

Der Plan geht aber noch darüber hinaus: Mit dem Blick auf die Tourismusförderung soll ein Radwegekonzept erarbeitet werden, dass auch andere Nideggener Ortsteile besser miteinander vernetzt. Der Wunsch der FDP ist ein Radwegekonzept für das Stadtgebiet und diesen Wunsch tragen die anderen Parteien mit.

Das Problem in Schmidt ist aber auch ein geografisches. Schmidt und Nideggen trennt ein Tal – nicht nur geografisch ist Schmidt irgendwie ein bisschen mehr Eifel als es die anderen Stadtteile sind. Und vor der kommunalen Neugliederung gehörte der Ort ja auch zum Altkreis Monschau.

Viele Fahrer auf Hauptstrecken

Richtig sportliche Radler sind schon jetzt zahlreich im Sommer auf den kurvigen Hauptverkehrsstraßen unterwegs. Sie schätzen die Herausforderung und sie müssen sich mit dem Autoverkehr arrangieren, was nicht immer einfach ist.

Aber die Geografie ist aus Sicht von Udo Hensch in Zeiten von E-Bikes nicht mehr das zentrale Problem. Vorausgesetzt, es gebe anständige Wege bergab und bergauf. Die wären zwar dann vielleicht nicht für Familien die erste Wahl, für E-Biker könnten sie aber reizvoll sein. Die Geografie birgt aber auch das Problem, dass nicht einfach entlang der Straßen Radwege gebaut werden können. Denn die wären extrem aufwändig und teuer. Und da macht sich in Politik und Verwaltung auch niemand die Illusion, dass es an den Straßen durch die Eifel eine dritte Spur geben wird.

Politik und Verwaltung schreiten daher nun folgenden Weg ein und rücken die „Nebenstrecken“ in den Blick: Sie wollen die Wald- und Wiesenwege genauer betrachten und sich anschauen, ob dort Möglichkeiten bestehen, diese so umzugestalten, dass dort nicht nur Mountainbiker sondern eben auch E-Biker unterwegs sein können. Aber nicht nur rund um Schmidt gibt es Verbesserdungsbedarf, weswegen auch andere Ortsteile, zum Beispiel Muldenau, und deren Radweganbindungen genauer analysiert werden sollen, um so die Attraktivität der Stadt zu steigern.

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