Düren: NPD plant „Nationales Zentrum” in Düren

Düren: NPD plant „Nationales Zentrum” in Düren

Der Dürener Vorort Merken droht zu einem regelmäßigen Treffpunkt für Neonazis aus dem ganzen Rheinland zu werden. Die NPD steht nach eigenen Angaben kurz davor, eine Dorfkneipe zu kaufen und sie in ein „Nationales Zentrum” umzuwandeln. Die Rechtsextremisten wollen dort schon bald Versammlungen und Schulungen abhalten.

Der Gastwirt, der auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte, dass er seine Immobilie „zu 95 Prozent” verkaufen werde, hatte seinen Saal bereits im Frühjahr 2009 für ein großes Neonazi-Treffen zur Verfügung gestellt. „Aus Versehen”, wie er damals versicherte. Er habe nicht gewusst, dass es sich um Rechtsextrmisten handelte. Am Dienstag wollte er sich zum möglichen Verkauf seiner Kneipe nicht weiter äußern.

Unterdessen appellierten Kommunalpolitiker und Bürgermeister Paul Larue an den Gastwirt, von seinen Verkaufsplänen Abstand zu nehmen. Larue sprach von einem „Albtraum” und kündigte intensive Gespräche mit dem Gastwirt an. Mehr könne die Stadt im Moment leider nicht tun. Susanne Rössler, Sprecherin des Dürener Bündnisses gegen Rechts, versprach, alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten zu prüfen, mit denen das Vorhaben der Neonazis verhindert werden könnte. Das Bündnis hatte sich 2006 als Reaktion auf die ersten öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten der NPD in Düren gegründet. Es wird von 150 Gruppen unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Überzeugung getragen.

An den Neonazi-Plänen für Merken sind neben dem Dürener Kreisverband der rechtsextremistischen Partei angeblich auch weitere NPD-Kreisverbände aus der Region und offenbar auch sogenannte freie Aktivisten beteiligt. Gemeinsam wollen sie den Immobilienkauf finanzieren. Die Rede ist auch von weiteren Sponsoren. Die Dorfkneipe solle zu einer „Zentrale für die Koordination der regionalen NPD” werden, heißt es.

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