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Kommentar zur Aachener Straße in Düren: Nordumgehung nicht verteufeln

Kommentar zur Aachener Straße in Düren : Nordumgehung nicht verteufeln

Wie kann Radfahren auf der Aachener Straße, einer der am stärksten frequentierten Verkehrsachsen in Düren, sicherer werden? Die dafür notwendige Verringerung des Verkehrs ist ohne Nordumgehung kaum zu erreichen, meint unser Redakteur Jörg Abels.

Der Fall Aachener Straße zeigt das Dilemma, in dem Verkehrsplaner in Düren stecken. Der zur Verfügung stehende Raum zwischen den Häuserzeilen ist vielerorts so rar, dass Handlungsoptionen begrenzt sind.

Wirklichen Spielraum für nachhaltige Verbesserungen, insbesondere für Radfahrer, gibt es nur dort, wo die tägliche Zahl der Autos und Lkw signifikant reduziert werden kann. Die Schoellerstraße ist dafür ein Paradebeispiel. Weil der Durchgangsverkehr die Stadt dank Ostumgehung mittlerweile meidet, konnte dort problemlos eine Fahrspur eingespart werden.

Auch weitere Straßen könnten spürbar entlastet werden, wenn denn endlich die Nordumgehung gebaut würde, so dass sich noch einmal tausende Fahrzeuge weniger durch die Stadt quälen müssten. Nur fehlt in puncto B399n weiter das klare Bekenntnis der Koalition Zukunft, das Großprojekt zu unterstützen.

Wer aber deutlich mehr Platz für Radfahrer schaffen will, darf dieses zweite wichtige Verkehrsprojekt nicht – wie die Grünen – kategorisch ablehnen. Mit der Nordumgehung würden nicht nur zahlreiche Vororte entlastet und im Strukturwandel neue Arbeitsplätze mit der Erschließung bisheriger Gewerbebrachen geschaffen. Ich bin mir sicher, dass sich eine B399n auch positiv auf die Aachener Straße auswirken würde und tatsächlich einmal eine Spur je Fahrtrichtung ausreichen könnte. Bis dahin geht’s nur mit Kompromissen.