1. Lokales
  2. Düren
  3. Nörvenich

Energiekrise: Wie sendet man bei Stromausfall einen Notruf?

Energiekrise : Wie sendet man bei Stromausfall einen Notruf?

Die Städte und Gemeinden sind angehalten, sich auf den Ernstfall einer 72-stündigen Versorgungslücke vorzubereiten. Das NRW-Innenministerium hat die Eckpunkte festgelegt. Beispiele aus Nörvenich und Nideggen.

Während die einen vor Panikmache warnen, mahnen die anderen zur Vorbereitung auf den Ernstfall: Strom und Gas werden nicht nur teurer, sie könnten im kommenden Winter auch zeitweise gar nicht zur Verfügung stehen. Jedenfalls zeichnet sich nach der reduzierten Wieder-Inbetriebnahme der Gaspipeline „Nord Stream 1“ keine Entspannung in der Versorgungslage ab, wie das NRW-Innenministerium kürzlich in einem Runderlass an Städte und Gemeinden geschrieben hat. Und da mancherorts die Stromerzeugung in großem Umfang mit Gas erfolgt, bedeutet das auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von elektrischer Energie.

Was heißt ein flächendeckender Stromausfall nun konkret? Nicht nur, im Dunkeln zu sitzen und den Herd nicht nutzen zu können. Ohne Strom fällt auch die gesamte Telekommunikation aus. Kein Telefon, kein Internet, kein Handyempfang. Ein Notruf würde also die Rettungskräfte nicht erreichen.

Das Innenministerium schreibt nun: „Als planerische Grundlage ist grundsätzlich von einem Szenario einer Gasmangellage mit Auswirkungen wie beispielsweise begleitenden Stromausfällen mit mindestens bis zu 72 Stunden auszugehen.“ Zu leisten sei von den Kommunen für den Ernstfall unter anderem eine Sicherstellung der Kommunikation sowie der Alarmierung von Einsatzkräften, eine Überprüfung von Liegenschaften zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs insbesondere hinsichtlich ihrer Energieversorgung, eine Überprüfung und Planung der Treibstoffvorräte und weiterer Güter der eigenen Versorgung, Planungen für eine (Not-)Besetzung von Feuerwachen und Feuerwehrgerätehäusern.

Nörvenichs Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU) sagt, dass seine Gemeinde vorbereitet ist. Was die Stromversorgung anbelangt, seien „überall dort, wo wir eine freiwillige Feuerwehr haben, Vorkehrungen getroffen.“ Die Wehren seien mit Notstromaggregaten ausgestattet. „In den anderen Orten haben wir die Ortsvorsteher vorbereitet. Jeder Ort ist im Katastrophenfall weiterhin zu erreichen, und es kann auch ein Notruf gesendet werden“, berichtet Czech. Das würde dann über den Behördenfunk, ebenfalls mit Notstrom, vonstatten gehen.

Wie Czech an der Stelle gerne nochmal betont, hat die Gemeinde Nörvenich bereits vor anderthalb Jahren einen kleinen Ratgeber für die Notfallvorsorge herausgegeben, der allen Bürgern zur Verfügung steht. Darin steht unter anderem, welche Vorräte man anlegen sollte, wie man sich verhalten soll oder was man im Haus haben sollte, wenn der Strom ausfällt.

In einem Stoffbeutel mit anderem Informationsmaterial war der rote Flyer an alle Haushalte im Gemeindegebiet gegangen. Wer ihn verlegt hat, kann auch auf die Website der Gemeinde gehen oder einen QR-Code abscannen, der in jeder Ausgabe des Mitteilungsblatts der Gemeinde Nörvenich abgedruckt wird.

Das Innenministerium empfiehlt außerdem, so viel Energie wie möglich einzusparen. Seit dem 1. September beispielsweise ist die Anstrahlung öffentlicher Gebäude untersagt, was in Nörvenich eine technische Herausforderung war. Denn sowohl die Beleuchtung des Rathauses als auch der Burg waren an die Straßenbeleuchtung angeschlossen. „Die Strahler mussten manuell abgeklemmt werden“, erläutert Czech.

Was hat die Gemeinde noch in diesem Zusammenhang in Angriff genommen? Sie hat mehr Geld für die mit der Energiekrise einhergehenden steigenden Kosten in den Haushalt eingeplant. Am 29. September wird außerdem entschieden, ob es in diesem Jahr eine Weihnachtsbeleuchtung geben wird. Eine flächendeckende Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED war schon vor der Krise begonnen worden, nun sollen auch die Schulen folgen.