Nörvenich: Zahl der Grundschüler steigt rasant

Schulneubau oder Container? : Deutlich mehr Grundschüler in Nörvenich

Die Gemeinde Nörvenich wächst und damit auch ihre Schülerzahlen. Die Ratsmitglieder informieren sich über mögliche Alternativen. Eine Entscheidung soll und muss noch vor der Sommerpause fallen.

Die Grundschule in Nörvenich wird in absehbarer Zeit viel zu klein sein, weil die Schülerzahlen in der Neffeltalgemeinde deutlich steigen. Die Gemeinde geht davon aus, dass aufgrund geburtenstarker Jahrgänge die Schülerzahlen in den nächsten Jahren von 220 auf 350 Schüler ansteigen. Darüber hinaus gibt es Prognosen, die auch die Kinder aus den Neubaugebieten berücksichtigen, wonach es bis zum Jahr 2022 zu einem Anstieg auf 477 Grundschüler (+123 Prozent) kommt.

Es gibt also Handlungsbedarf, und es gibt verschiedene Möglichkeiten: Ist ein Schulneubau sinnvoll oder sind die hohen Schülerzahlen vielleicht nur eine zeitweise Erscheinung, was eher dafür spräche, sich für eine Containerlösung zu entscheiden? Um zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen, haben sich die Ratsmitglieder am Donnerstag über die verschiedenen Alternativen informiert.

Eine endgültige Entscheidung wurde nicht getroffen, sie soll aber in der nächsten, spätestens in der übernächsten Ratssitzung, also noch vor der Sommerpause, fallen. Spätestens in drei Jahren muss der zusätzliche Platz zur Verfügung stehen. „Natürlich“, betont Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU), „ist es grundsätzlich positiv, wenn die Schülerzahlen steigen. Aber wir müssen die Entscheidung, wie wir den zusätzlichen Platzbedarf lösen, mit Bedacht fällen.“ Die Gemeinde hat sich zwei Ingenieurbüros zu Hilfe geholt, die auch bei der Sitzung am Donnerstag vertreten waren und alle Fragen rund um Brandschutz und Schulbaurichtlinien beantwortet haben.

Sowohl für den Neubau als auch für eine Containerlösung gibt es Argumente. Ein Neubau mit elf Klassenräumen ist mit rund drei Millionen Euro veranschlagt, eine Containerlösung immer noch mit 1,5 bis zwei Millionen Euro. Allerdings verursachen Container auch größere Heizkosten. Die Containerlösung ist zudem nicht auf dem bisherigen Schulgelände möglich. Also entstünden zusätzliche Transportkosten für die Schüler.

Rechtsanspruch

Ein Neubau könnte auch deswegen sinnvoll sein, weil der Platzbedarf nicht nur aufgrund der wachsenden Schülerzahlen steigt, sondern auch wegen des geplanten Rechtsanspruches auf eine Betreuung in der Offenen Ganztagsschule und aufgrund des gemeinsamen Lernens von behinderten und nicht-behinderten Kindern. Czech: „Mir ist es wichtig, dass die Ratsmitglieder umfassend über alle Möglichkeiten informiert wurden.“

Die Kosten für die Schulerweiterung muss in jedem Falle die Gemeinde selbst tragen. Möglich ist allerdings, Gelder aus der Bildungs- sowie aus der Investitionspauschale zu verwenden.

(kin)