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Premierenlesung von Herbert Pelzer: Ein „Niemand“ im Dürener Nordstadtmilieu

Premierenlesung von Herbert Pelzer : Ein „Niemand“ im Dürener Nordstadtmilieu

Herbert Pelzer führt seine Leser in seinem neuen Buch „Niemand“ an historische, teils zwielichtige Orte in Düren und in das Umland.

In seinem neuen Werk, das die Genres Krimi und Gesellschaftsroman miteinander verwebt, erzählt Herbert Pelzer in einem Zeitabschnitt über 70 Jahre die Geschichte zweier Männer, die beide auf ähnliche Weise die Härte ihrer Zeit zu spüren bekommen und sich mehr schlecht als recht durchschlagen müssen. Die Premierenlesung findet am Samstag, 6. August, 19 Uhr, am Wasserturm in Wissersheim statt.

Das Findelkind Martin, dem man den Nachnamen „Niemand“ gibt, erlebt die Zeit des Ersten Weltkriegs in Wissersheim. Sein Sohn Kaspar kämpft im Zweiten Weltkrieg und kehrt im Sommer 1945 als 17-Jähriger aus amerikanischer Gefangenschaft zurück. Als bald darauf vor Kaspars Wohnung ein Toter gefunden wird, ist die Sache für Kommissar Glasmacher aus Düren klar: Schon Kaspars Vater war ein Mörder, und er glaubt, den Schuldigen gefunden zu haben. Kaspar taucht ab ins zwielichtige Milieu der Dürener Nordstadt.

Herbert Pelzer hat für seinen Roman an verschiedenen Dürener Orten recherchiert und sich auch über die damaligen Lebensumstände informiert. So war das Pressen von Briketts aus Kohlenstaub eine Arbeit, die unter gewaltiger Hitze und körperlichem Einsatz stattfand. Da im Umland Braunkohletagebau an der Tagesordnung war, wurde die Kohle noch vor Ort in Fabriken bearbeitet. „Nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die täglichen Drangsalierungen der Kollegen machen dem jungen Kaspar zu schaffen. Durch Gelegenheit dem Alkohol zugetan, rutscht Kaspar fortan immer tiefer ins zwielichtige Milieu der Dürener Nordstadt. In einem tristen Altbau bezieht Kaspar später eine Mansardenwohnung“, erzählt Pelzer, der seinen Protagonisten sogar „auf den Jeckenberg“, also die heutige LVR-Klinik schickt.
Der Eintritt zur Lesung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.