Nörvenich: Nörvenich bekommt ein Mühlen-Denkmal

Nörvenich: Nörvenich bekommt ein Mühlen-Denkmal

Das alte Handwerk der Müller hat in Nörvenich eine lange Tradition, gleich zwei Mühlen hat es früher in der Gemeinde am Neffelbach gegeben — die Untere und die Obere Mühle. Die Untere Mühle wurde im 14. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt, die Obere 1822. Heute gibt es keine Mühle mehr in Nörvenich, sehr wohl aber seit wenigen Tagen ein Mühlendenkmal, das an die alte Tradition erinnert.

„Beide Mühlen“, erzählt Karl-Heinz Jansen vom Nörvenicher Geschichtsverein, „wurden mit dem angrenzenden Backhaus aufgrund der erhöhten Brandgefahr außerhalb des Dorfes errichtet.“ Die Untere Mühle gehörte dem Herzog von Jülich. Im Laufe der Jahrhunderte hat es viele verschiedene Mühlenpächter gegeben, 1909 brannte das alte Gebäude komplett ab, wurde aber sofort wieder aufgebaut und war bis 1965 in Betrieb.

wewewew Foto: Sandra Kinkel

An einen Investor verkauft

sdsdsd Foto: Karl-Heinz Jansen/Geschichtsverein Nörvenich

Mittlerweile wird in Nörvenich längst kein Getreide mehr gemahlen, das Gebäude der Unteren Mühle stand aber bis September 2017 noch mitten im Ort, genauer gesagt am Kastanienweg. „Die Gebäude waren stark baufällig, und so richtig hat sich auch eigentlich niemand mehr in Nörvenich dafür interessiert“, sagt Herbert Pelzer, zweiter Vorsitzender des Geschichtsvereins.

Erst als feststand, dass die historischen Gebäude abgerissen würden, weil die Eigentümer die Immobilie samt Grundstück an einen Investor verkaufen wollten, der dort einen Supermarkt errichtet hätte, seien Proteste laut geworden.

Pelzer: „Die alten Gebäude standen nicht unter Denkmalschutz, konnten also abgerissen werden. Von außen sahen sie ehrlich gesagt alles andere als schön aus.“ Innen dagegen, ergänzt Karl-Heinz Jansen, hätte man den Eindruck gehabt, dass jederzeit wieder Getreide zu Mehl verarbeitet werden konnte.

So oder so: Aals die Pläne bekanntwurden, dass die alte Mühle abgerissen werden sollte, rührte sich in Nörvenich Protest. Herbert Pelzer: „Schnell war im Ort zu hören, dass ein Gebäude aus dem 14. Jahrhundert abgerissen würde. Aber das stimmt natürlich nicht. Das Gebäude, das den Baggern zum Opfer gefallen ist, stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert.“

Gleichwohl war es den Verantwortlichen des Geschichtsvereins wichtig, zumindest einen Teil der Mühle zu erhalten. „Wir diskutieren im Geschichtsverein schon seit drei, vier Jahren über die Mühle. Es gab sogar Überlegungen, dort ein Heimatmuseum für Nörvenich einzurichten.“ Diese Pläne seien aber schon allein deswegen gescheitert, weil das Mühlengebäude nicht ohne das angrenzende Grundstück zu verkaufen gewesen sei.

Pelzer: „Das Areal ist durchaus ein Filet-Grundstück in Nörvenich. Es ist selbstverständlich, dass man davon keine Teilstücke erwerben konnte.“ Immerhin konnten die Verantwortlichen des Geschichtsvereins aber zwei von vier alten Mühlsteinen retten und mit Hilfe von Sponsoren ein Denkmal gestalten. Karl-Heinz Jansen: „Die beiden Mühlsteine mussten so gestaltet werden, dass sie verkehrssicher sind, außerdem musste ein geeigneter Standort gefunden werden.“

Die Baugesellschaft des Supermarktes sei ihnen in Sachen Standort sehr entgegen gekommen, ergänzt Jansen. „Das Denkmal steht jetzt am Kastanienweg, also in unmittelbarer Nähe zum alten Mühlenstandort. Das passt.“ Rund 3500 Euro hat das Denkmal gekostet, finanziert wurde es mit Hilfe von Spenden. Jansen: „Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, dieses Denkmal zu realisieren. Unseres Wissens hat Nörvenich das einzige Mühlendenkmal im Kreis Düren. Darauf sind wir stolz.“

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