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Analyse im Kreis Düren: Nitrat-Grenzwert im Brunnenwasser zum Teil deutlich überschritten

Analyse im Kreis Düren : Nitrat-Grenzwert im Brunnenwasser zum Teil deutlich überschritten

Der Verein VSR-Gewässerschutz hat im Kreis Düren Brunnenwasser-Proben analysiert und zum Teil hohe Nitratbelastungen festgestellt.

Viele Bürger haben das Angebot der gemeinnützigen Organisation VSR-Gewässerschutz in Düren in Anspruch genommen, um ihr privates Brunnenwasser untersuchen zu lassen. Zahlreiche Brunnenbesitzer wollten wissen, ob sie im Notfall das Wasser auch zum Trinken nutzen können. Inzwischen liegen die Analyseergebnisse vor.

„Leider musste jeder dritte Brunnenbesitzer erfahren, dass der Nitratgrenzwert der Trinkwasserverordnung überschritten ist“, teilt der VSR mit. Insgesamt wurde das Wasser von 16 privat genutzten Brunnen aus dem Südosten des Kreises Düren analysiert. Milan Toups und Ehrenamtler Dipl.-Ing. Heinz-Wilhelm Hülsmans fanden bei den Untersuchungen 94 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Sievernich.

Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Rölsdorf mit 68 Milligramm pro Liter (mg/l), in Gürzenich mit 57 mg/l, in Merzenich mit 61 mg/l, in Huchem-Stammeln mit 57 mg/l und in Niederzier mit 60 mg/l fest. Der gemeinnützige Verein setzt sich bereits seit vielen Jahren für den Schutz des Grundwassers ein.

Die Mitglieder werten nicht nur die Ergebnisse der Nitratmessungen des Brunnenwassers aus, sondern auch die regionalen landwirtschaftlichen Daten. Anhand dieser Recherchen können die Umweltschützer erkennen, welche landwirtschaftliche Nutzung besonders zur Nitratbelastung beiträgt.

Bei ihrer Recherchearbeit fiel den Gewässer-Experten auf, dass gerade in den Kreisen, in denen viel Weizen angebaut wird, auch eine höhere Nitratbelastung vorliegt. Im Kreis Düren macht laut VSR der Weizenanbau bereits 33 Prozent der Ackerflächen aus.

„Gerade für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern ist es wichtig, dass das Wasser keine höhere Nitratbelastung von 50 mg/l aufweist“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Sie erklärt: „Wenn Babynahrung aus Wasser mit hohen Nitratkonzentrationen zubereitet wird, kann es bei Säuglingen zur Blausucht kommen. Dies ist eine Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff und kann für Kleinkinder lebensbedrohlich sein.“

(red)