Düren/Niederzier: Niedrige Zinsen machen den Stiftungen zu schaffen

Düren/Niederzier: Niedrige Zinsen machen den Stiftungen zu schaffen

Als Die Bürgerstiftung Düren ihre Arbeit vor elf Jahren begann, waren die Zinssätze aus heutiger Sicht traumhaft. Sieben bis acht Prozent bekam die Stiftung damals für ihr Kapital, die aktuellen Anlagen liegen bei 2,5 bis drei Prozent.

„Und wenn wir im nächsten Jahr das Geld erneut anlegen müssen, dann können wir mit 0,5 bis ein Prozent rechnen“, sagt Schatzmeister Manfred Kronenberghs. Mit üppigen Stiftungserträgen sei dann nicht mehr zu rechnen. „Aber in diesem Jahr können wir alles finanzieren, was wir geplant haben“, betont Kronenberghs.

Der Schatzmeister der Bürgerstiftung hofft vor allem auf Spenden. Die hätten zwar den Nachteil, dass sie nicht fest kalkulierbar seien, hätten aber den Vorteil, dass sie unmittelbar und vollständig in die unterstützten Projekte fließen können.

Auch Marie-Theres Innecken-Prüss, Vorsitzende der Innecken-Prüss-Stiftung aus Niederzier, betrachtet die Zinsentwicklung mit Sorge. Mit etwas unter drei Prozent sei das Kapital derzeit noch gut angelegt, die Zukunft sehe aber weniger erfreulich aus. „Eine Erhöhung des Stiftungskapitals um 100.000 Euro, also um eine wirklich große Menge Geld, bringt bei einem Zinssatz von 0,5 Prozent lediglich zusätzliche Erträge von 500 Euro“, verdeutlicht Marie-Theres Innecken-Prüss die Situation der wohltätigen Stiftungen. Der Stiftungsvorsitzenden ist es wichtig, das Geld konservativ und sicher anzulegen. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass das richtig ist. In den USA sind Stiftungen, die anders gehandelt haben, in die Knie gegangen.“

Wie die Bürgerstiftung Düren setzt auch die Niederzierer Stiftung auf Spenden (für die Spendenquittungen ausgestellt werden). „Ich hoffe, dass die Menschen weiterhin motiviert sind zu spenden, wenn sie sehen, wie das Geld Menschen und Tieren vor Ort zugute kommt“, sagt Marie-Theres Innecken-Prüss. Bei Spenden und Stiftungserträgen sei jeder Betrag wertvoll.

Auch Kronenberghs hofft auf Unterstützung. „Leider hatten wir bei der Dürener Industrie bislang keine Erfolge“, resümiert der Schatzmeister, der ein Stiftungskapital von 659.000 Euro verwaltet. Rund 5000 Euro werden in 2014 an Projekte vergeben, die sich heute ab 15 Uhr im Haus der Stadt vorstellen.