Gemeinde Niederzier stellt ein städtebauliches Entwicklungskonzept auf

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept : Auf der Suche nach Visionen für das Niederzier von morgen

Wohin soll sich die Gemeinde Niederzier in den kommenden Jahren entwickeln? In welchen Orten sollen planerische Schwerpunkte gesetzt werden? Was konkret wünschen sich die Bürger?

Diese und weitere Fragen sollen am Mittwochabend, 18 Uhr, im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Niederzier/Merzenich beantwortet werden. Die Verwaltung will in einer ersten Informationsveranstaltung mit den Bürgern ins Gespräch über ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) für die Gemeinde kommen.

Das ISEK ist die Voraussetzung dafür, dass auch die Gemeinde Niederzier in den kommenden Jahren im Rahmen der Städtebaufördermittel von Bund und Land Zuschüsse zu einzelnen Bau- und Entwicklungsprojekten in einer Größenordnung von bis zu 60 Prozent erhalten kann. Und weil erste Mittel bereits 2020 fließen sollen, drängt die Zeit. Bis Ende September muss der Rat das ISEK beschlossen und bei der Bezirksregierung Köln als Gesamtprojekt eingereicht haben. Wird das ISEK in Gänze genehmigt, können dann Jahr für Jahr Anträge zur Förderung von Einzelmaßnahmen eingereicht werden.

„Die Gedanken sind frei“, betont Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) im Vorfeld der Informationsveranstaltung. Jeder Bürger könne seine Ideen und Wünsche einbringen. Am Ende des Prozesses, in dem die Gemeinde auch von einem externen Fachbüro begleitet wird, soll eine Gesamtvision für die kommenden Jahre stehen; eine Vision, wie die Gemeinde insgesamt als Wirtschafts- und Wohnstandort gestärkt werden kann. „Während die Maßnahmen im anstehenden Strukturwandel doch  eher weiter weg vom Bürger sind, haben sie beim ISEK die Möglichkeit der aktiven Beteiligung“, erklärt Fachbereichsleiter Dirk Lauterbach. „Ich setze auf die Schwarmintelligenz unserer Bürger“, fügt Heuser hinzu.

Auch wenn am Mittwochabend vor allem die Ideen der Bürger im Mittelpunkt stehen sollen, haben sich natürlich auch die Experten im Rathaus bereits einige Gedanken gemacht. Mögliche Projekte, für ein ISEK wären die Erneuerung und Umgestaltung der zentralen Plätze in den einzelnen Ortschaften, eventuell mit einer Neuregelung des Verkehrsraums, der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in Oberzier und ein zeitgemäßer Jugendtreff  im Bereich „Neue Mitte“ mit flexiblen Öffnungszeiten, eventuell sogar in Form eines Jugend- und Kulturcafés. Neben öffentlichem W-LAN oder dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge könnte auch moderne  Mobilität ein Thema sein. „Wie können oder sollten wir unsere Orte mit den Hot-Spots an den beiden künftigen Tagebau-Restseen verbinden?“, ist für Heuser eine wichtige Frage.

Aber auch die Entwicklung ganzer Quartiere wäre im Rahmen des ISEKs möglich, zum Beispiel in Huchem-Stammeln zwischen Stammelner und Bahnhofstraße unter Einbeziehung des Bürgerhauses und des heute noch vorhandenen Sportplatzes, der an die Peripherie des Ortes verlagert werden soll. Gleiches gilt für die ökologische Aufwertung der alten Ortslagen. So könnten sich Heuser und Lauterbach zum Beispiel vorstellen, die Straßen rund um das historische Rathausensemble, inklusive des Ellebaches, neu zu gestalten.

Doch das alles sind nur erste Überlegungen, jetzt sollen erst einmal die Bürger erklären, wo es aus ihrer Sicht in den einzelnen Orten noch Schwachpunkte gibt, wo aber auch vorhandene Stärken vielleicht noch ausgebaut werden könnten, betonen Heuser und Lauterbach.

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